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Darum ist die Bremer Wirtschaft trotz Krisen gewachsen

Blick in die Produktionsstraße von Mercedes-Benz in Bremen (Archivbild)

Darum ist die Bremer Wirtschaft trotz Krisen gewachsen

Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Die Wirtschaft im Land Bremen ist im ersten Halbjahr 2022 deutschlandweit am drittstärksten gewachsen. Wie passt das mit der aktuellen Krisenstimmung zusammen?

Die Wirtschaft im Land Bremen ist im ersten Halbjahr dieses Jahres um fünf Prozent gewachsen, im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr. Das ist das drittstärkste Wachstum unter den Bundesländern. Das geht aus den vorläufigen Berechnungen der Entwicklung des Bruttoinlandprodukts (BIP) durch den Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder hervor.

Stärker als im Land Bremen ist das BIP nur in Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr gewachsen. In den anderen Stadtstaaten Berlin und Hamburg ist der Wert um 3,7 beziehungsweise 3,5 Prozent gewachsen.

Veränderungsrate des Bruttoinlandsprodukts der Länder

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Und auch im Vergleich mit dem Bremer Wachstum in den Vorjahren sind fünf Prozent ein hoher Wert: 2021 wuchs das BIP im Land im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent, in den Jahren 2018 bis 2020 schrumpfte das BIP sogar.

So hat sich das BIP in Bremen entwickelt

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"Wir sind aus der Pandemie gekommen"

Diese Zahlen mögen verwirren, wo aktuell doch viele Bremer Unternehmen dem Vernehmen nach unter Lieferschwierigkeiten und den hohen Energiepreisen leiden. Friso Schlitte von der Handelskammer Bremen hat mehrere Erklärungsansätze für diesen scheinbaren Widerspruch.

Einerseits weist er darauf hin, dass die Zahlen vorläufig sind – sie können also noch korrigiert werden, auch nach unten. Das sei in den vergangenen Jahren häufiger vorgekommen, sagt Schlitte. Andererseits hätten auch Umfragen der Handelskammer im ersten Halbjahr gezeigt, dass die Stimmung in der Bremer Wirtschaft nicht schlecht gewesen sei. "Wir sind gerade aus der Corona-Pandemie rausgekommen, es gab im Vergleich zum Frühjahr 2021 keine Lockdowns", sagt Schlitte. Die Nachfrage sei nach den Lieferschwierigkeiten während der Corona-Pandemie sehr hoch gewesen.

Düstere Aussichten

Das habe sich aber mit den Entwicklungen des Krieges in der Ukraine geändert: Auf das zweite Halbjahr des Jahres blickt die Wirtschaft laut Friso Schlitte sehr viel pessimistischer. Die Stimmung habe sich verschlechtert, vor allem wegen der hohen Energiepreise. Denn unter anderem seien zum Beispiel die Materialien für die Produktion teurer geworden.

Eine der Branchen, die besonders hart getroffen sind, sei die Baubranche. Durch die Corona-Krise sei sie vergleichsweise gut gekommen. Doch durch die sehr hohen Materialkosten und Lieferschwierigkeiten durch den Krieg sei der Rückgang nun umso stärker.

Außerdem gebe es in der gesamten Wirtschaft die Befürchtung, dass die Nachfrage sinken könnte weil auch Privathaushalte von der Krise betroffen sind.

So will Bremen der Wirtschaft helfen:

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Freitag, 23. September 2022, 13 Uhr