Bremer Senat will Dealer und Süchtige vom Hauptbahnhof "weglocken"

Bild: DPA | Boris Roessler
  • Senat will Dealer und Abhängige an die Friedrich-Rauers-Straße locken.
  • Nahe des Findorff-Tunnels soll ein "Akzeptanzort" entstehen.
  • Fachleute fürchten, dass Dealer am Bahnhof bleiben.

An der Friedrich-Rauers-Straße nahe des Findorff-Tunnels soll ein "Akzeptanzort" für Drogenkranke entstehen, um die teils dramatischen Zustände am Hauptbahnhof zu beseitigen. Darauf haben sich die Mitglieder des Senats geeinigt. Nach der offiziellen Senatssitzung waren unter anderem Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD), Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne), Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) und Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) zum mobilen Drogenkonsumraum an der Friedrich-Rauers-Straße hinter dem Bahnhof gekommen.

Es sind sich alle beteiligten Ressorts darin einig, dass die Zustände am Bahnhof nicht gut sind, dass es so nicht bleiben kann.

Senatssprecher Christian Dohle

Dort haben sie zusammen mit Fachleuten von Polizei und Drogenhilfe darüber diskutiert, wie die Drogenszene vom Hauptbahnhof hierher gelockt werden könnte. "Man ist sich einig, dass man hier an der Friedrich-Rauers-Straße ein Angebot für die Drogensüchtigen schaffen will, das für sie auch attraktiv ist", sagte Senatssprecher Christian Dohle.

Unter anderem sollen zusätzliche Ruheorte in Containern, mehr Betreuungs-Angebote und Unterstände entstehen. Außerdem wolle man mit dem Beirat darüber verhandeln, eine Fahrbahn zu sperren. Das soll für weniger Verkehr sorgen.

Auch Dealer sollen "umziehen"

Fachleute fürchten, dass die Drogenszene nicht von den Dealern am Hauptbahnhof wegziehen wird. Das lässt Dohle aber nicht gelten: "Man kann den Dealern auch so auf die Füße treten, dass sie nicht am Bahnhof sind." So könne erreicht werden, dass Dealer und Drogenkranke gemeinsam Richtung Friedrich-Rauers-Straße "umziehen".

Einen genauen Zeitplan für das Projekt "Akzeptanzort Friedrich-Rauers-Straße" gibt es noch nicht. Er könne noch keinen Zeitraum in Wochen oder Monaten nennen, sagte Dohle. "Aber es sind sich alle einig, dass das schnell gehen muss.“

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Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Hauke Hirsinger Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 1. November 2022, 19:30 Uhr