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So schützen sich Bremer am besten vor Black-Friday-Betrügern

Schild für das Black Friday Shopping
Weil sich so viele Menschen beim "Black Friday" über die Bürgersteige schieben, wird der Tag der Schnäppchenjäger so genannt. Bild: Imago | IPON

Im Internet und in Bremer Geschäften locken die Black-Friday Angebote. Gerade zur Inflation wären Sparpreise ein Segen. Doch bringen die Rabatte wirklich was?

Wie jedes Jahr gibt es zum Black Friday wieder massenhaft Rabatte, die groß im Netz beworben werden. 70 Prozent auf einen Fernseher oder 60 Prozent auf ein Handy – Anzeigen, auf die man gerade in den wirtschaftlich unsicheren Zeiten gerne klickt.

Auch 40 Prozent von den Radio Bremen Meinungsmeldern gaben bei einer Befragung an, dass bei ihnen der Preis mitentscheiden würde, wo sie ihre Weihnachtsgeschenke kaufen würden – aber kann man beim "Black Friday" wirklich sparen? Wovor müssen Konsumenten sich schützen? Dafür haben wir mit Katja Nonnenkamp-Klüting von der Verbraucherzentrale Bremen gesprochen.

Wie viele Menschen nutzen den "Black Friday" überhaupt?
Eine aktuelle Statistik von statista gibt an, dass dieses Jahr gaben 96 Prozent der Befragten angaben, den Black Friday zu kennen. Davon planten 48 Prozent der Befragten, am diesjährigen Black Friday reduzierte Produkte zu kaufen. Doch bei der Suche nach Schnäppchen ist auch Vorsicht geboten.
Kann man beim Black Friday wirklich was sparen?
Die Rabatte, die am Black Friday angeboten werden, sind häufig gar keine echten Ersparnisse. Gerade bei einem extrem niedrigen Preis sollte man erst recht misstrauisch werden, warnt die Verbraucherzentrale: "Niemand hat etwas zu verschenken", so Katja Nonnenkamp-Klüting von der Verbraucherzentrale Bremen. Online und offline wird oft mit verschiedenen Tricks ein Schnäppchen vorgegaukelt. Und auch wenn es tatsächliche Rabatte gibt, sind diese nicht selten sehr viel geringer, als der Konsument vermutet.

Eine Preisstudie des Vergleichsportals idealo ergab beispielsweise, dass 2021 am Black Friday die Produkte im Schnitt etwa fünf Prozent billiger waren. Wobei besonders beliebte Elektronikprodukte wie Smartphones mit durchschnittlich nur einem Prozent Ersparnis kaum preiswerter waren als regulär.

Die Verbraucherzentrale weist ebenfalls darauf hin, dass es durchaus auch günstigere Modelle gibt als die, die in Angeboten zu finden sind. Um einen echten Rabatt zu erkennen, sei es wichtig, den regulären Preis des Wunschprodukts in den letzten Monaten zu kennen.

Welche Maschen nutzen Betrüger den gerade beim Online-Kauf?
Laut Verbraucherzentrale Bremen seien die Chancen, betrogen zu werden, online höher als im Einzelhandel. Besonders auf folgendes müsse laut Verbraucherzentrale geachtet werden.

Gefährlich seien die sogenannten Fakeshops: Hier bekämen die Käuferinnen und Käufer entweder gefälschte oder gar keine Ware. Erkennbar sind diese Seiten an verschiedenen Hinweisen:

Im Marktvergleich sind die Angebote preislich viel zu gut. Außerdem wird die Internetadresse oft an bekannte Namen wie Amazon angelehnt, aber es fehlt ein Buchstabe, es gibt kein "https" als Sicherheitszertifikat gegen Datenklau oder der Link wird beispielsweise erweitert: Statt .de heißt es dann: .de.com. Eine unsichere Zahlungsweise wie eine Vorabüberweisung ins Ausland oder ausschließlich gute Kundenbewertungen sprechen ebenfalls für einen Fakeshop.

Auch bei dubiosen Käufer auf dem Amazon Marketplace ist Vorsicht geboten. Hier sollte man deshalb niemals per Vorkasse zahlen, sondern immer eine Rechnung oder Lastschrift nutzen.

Dann gibt es da noch die Fake-Rabatte: Angebote, die im Netz stehen, sind oft gar keine. Der Preis kann beispielsweise höher sein als vor einigen Wochen. Und auch der Verweis auf die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) als Vergleichswert ist trügerisch.

Tatsächlich kassiert kaum ein Händler die als Mondpreise in Verruf gekommenen UVP.

Katja Nonnenkamp-Klüting, Verbraucherzentrale Bremen

Ein niedrigerer Preis als der UVP heißt also erstmal nicht, dass es sich um einen Sparpreis handelt.

Worauf muss man im Laden achten?
Im Gegensatz zum Online-Kauf sieht man im Einzelhandel die Ware, die man erwirbt, direkt. Dadurch sind manche Betrugsmaschen schwieriger. Allerdings gibt es auch kein gesetzliches Widerrufsrecht wie im Internet, wo 14 Tage lang ohne Angabe von Gründen ein Produkt zurückgegeben werden kann.

Dennoch gilt auch im Laden: Ob eine Ware tatsächlich so viel preisgünstiger ist wie versprochen, ist fraglich. Deshalb empfiehlt die Verbraucherzentrale auch hier: Preise des Produkts sollten bekannt sein, die Rückgabebedingungen und AGB sollten gelesen und eventuell schriftlich ein Umtauschrecht vereinbart werden.

Wir wirkt sich die Inflation auf die Rabattaktionen aus?
Wegen der wirtschaftlichen Situation sind Schnäppchen besonders gesucht. Die Verbraucherzentrale beobachtet, dass gerade im Online-Handel bereits seit Wochen mit verschiedenen Rabattaktionen wie "Pre-Sale" oder "Warm-up zum Black Friday" geworben wird. Zurzeit gebe es nämlich auf Grund der Verunsicherung durch die Krise eine Kaufzurückhaltung. Dadurch kann es sicher noch weitere Rabattaktionen bis Weihnachten geben, vor allem wenn Händler ihre Lagerbestände ansonsten nicht loswerden.

Trotzdem mahnt Nonnenkamp-Klüting, dass man gerade wegen dieser Situation lieber übervorsichtig sein sollte, denn auch Betrüger können die aktuelle Lage für sich nutzen.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 25. November 2022, 19:30 Uhr