Fischtown Pinguins mischen die DEL auf: "Team hat wahnsinniges Herz"

Eishockey-Profi Nicholas Jensen von den Fischtown Pinguins bejubelt einen Treffer mit seinen Teamkollegen.

Siegesserie hält gegen Iserlohn – Pinguins kämpfen sich furios zurück

Bild: Imago | Eibner

Der kleine Eishockey-Klub aus Bremerhaven bleibt die große Überraschung dieser DEL-Saison. Doch auch nach fünf Siegen, verfällt man bei den Pinguins nicht in Euphorie.

Als es geschafft war, klatschte Trainer Thomas Popiesch seine Stehaufmänner im Kabinengang der Reihe nach ab. "Sie haben wahnsinnig gekämpft und verdient gewonnen", sagte der Pinguins-Coach nach dem 5:3-Sieg gegen die Iserlohn Roosters.

Dabei lagen die Bremerhavener bereits mit 1:3 in der heimischen Eisarena zurück. Doch mit einem Kraftakt und großem Willen drehten die Pinguins die Partie noch – und holten sich den fünften Sieg im fünften Spiel.

Im zweiten Drittel haben wir ein paar Fehler gemacht und lagen 1:3 hinten. Aber die Mannschaft hat ein wahnsinniges Herz und glaubt an sich.

Pinguins-Coach Thomas Popiesch im Sportblitz

"Man muss in der Realität bleiben"

Ungeschlagener Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) – der kleine Klub aus Bremerhaven bleibt die große Überraschung der Saison. Und wie reagiert man bei den Pinguins auf diesen Super-Start? Na klar, vollkommen unbeeindruckt.

So sind die Nordlichter eben und haben mit Popiesch einen Trainer, der sich nicht so schnell von kurzweiligen Gefühlsausbrüchen mitreißen lässt. "Es ist ein gutes Gefühl", erklärte er daher im Gespräch mit dem Sportblitz zum Tabellenführerdasein. Aber natürlich kam auch sofort ein "Aber" hinterher.

Man muss in der Realität bleiben. Es war ein schweres Spiel und wir müssen immer an unsere Grenzen gehen. Die Mannschaft hat das super gemacht, aber ich werde hier nicht in Freudentränen ausbrechen.

Pinguins-Coach Thomas Popiesch im Sportblitz

"Wir waren aggressiv und offensivstark – das wollen wir sehen"

Bloß nicht zu euphorisch werden, das ist das Motto der Pinguins. Und der Klub, der mit seinem kleinen Etat so etwas wie das gallische Dorf der DEL ist, tut gut daran, die Bodenhaftung zu bewahren. Schließlich sind erst fünf der 56 Saisonspiele absolviert.

Es ist nur eine Momentaufnahme. Wichtig sind für uns die Punkte. Aber noch wichtiger ist die Art und Weise wie wir Eishockey spielen. Wir waren aggressiv und offensivstark und das ist es, was wir sehen wollen.

Pinguins-Coach Thomas Popiesch im Sportblitz

Der Start in eine schwierige Saison, bei sich viele Konkurrenten massiv verstärkt haben und in der es wohl erstmals zwei Absteiger geben wird, ist den Pinguins definitiv geglückt. Sechs Mal in Folge haben die Bremerhavener die Playoffs erreicht, das soll sich auch in ihrer siebten DEL-Saison nicht ändern.

Reichen die Kräfte aus?

Es bleibt nur die Frage, inwieweit die Pinguins die Anstrengungen durchhalten können. Am vergangenen Sonntag waren sie nach dem Auswärtsspiel in Straubing die ganze Nacht im Bus durchgefahren und erst um acht Uhr morgens wieder in Bremerhaven angekommen. "Da war ich schon ein bisschen vorsichtig, ob wir heute wirklich diese Kräfte haben, um Powerhockey über 60 Minuten durchzuspielen", meinte Popiesch.

Gegen Iserlohn reichten die Kräfte noch, doch am Freitag steht bereits die nächste Partie gegen Schwenningen an. Und in diesem Zwei-bis-drei-Tage-Rhythmus geht es nun wochenlang so weiter. Ein Kraftakt, für den man einen breiten Kader benötigt. Popiesch ist überzeugt, dass auf jeden Fall der Teamgeist bei den Pinguins ihr großes Plus ist.

Der Großteil der Mannschaft ist zusammengeblieben, das ist ein eingeschworener Haufen. Und die Spieler kennen unsere Werte, die geben sie an die neuen Spieler weiter.

Pinguins-Coach Thomas Popiesch im Sportblitz

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Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 27. September 2022, 22 Uhr