Infografik

So viele Schiffe stauen sich nach Hafen-Warnstreik vor Bremerhaven

Mehrere Containerschiffe liegen auf offenem Meer.
In der Deutschen Bucht liegen etliche Schiffe auf Reede und warten auf ihre Abfertigung (Archivbild). Bild: DPA | Jonas Walzberg
  • Warnstreik hat laut Verdi erhebliche Auswirkungen auf Seehäfen
  • Hafenbetrieb nach 24-stündiger Arbeitsniederlegung wieder angelaufen
  • Containerschiffe stauen sich weiter in Nordsee vor Bremerhaven

Die Auswirkungen des Warnstreiks in Bremerhaven und anderen deutschen Seehäfen auf die ohnehin stark gestörte Abfertigung der Container- und Frachtschiffe waren laut Verdi erheblich. Demnach standen Kräne und Anlagen überall still – und vergrößerten die Verspätungen nochmals deutlich. Gestreikt wurde seit Donnerstagfrüh auch in Bremen, Hamburg, Wilhelmshaven, Brake und Emden. In der Deutschen Bucht stauen sich weiterhin zahlreiche Frachtschiffe.

Nach der 24-stündigen Arbeitsniederlegung der Hafenarbeiter ist der Betrieb an den Containerterminals des Betreibers Eurogate am Freitag wieder angelaufen. "Es läuft wieder normal", sagte ein Firmensprecher in Bremen. Seit Beginn der Frühschicht würden wieder Schiffe abgefertigt. Eurogate betreibt an der deutschen Nordseeküste große Abfertigungen in Bremerhaven, Wilhelmshaven und Hamburg.

Schiffe stauen sich weiterhin vor Bremerhaven

In der Nordsee stehen wegen der Corona-Pandemie inzwischen mehr als zwei Prozent der globalen Frachtkapazität im Stau, wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft mitteilte. Allein in der Deutschen Bucht warteten zahlreiche Containerschiffe auf ihre Abfertigung in Hamburg oder Bremerhaven. Infolge der Pandemie ist die Containerschifffahrt aus dem Tritt geraten.

Momentaufnahme des Staus in der Deutschen Bucht

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Der Warnstreik der Hafenarbeiter seit Donnerstagmorgen habe den Betrieb an der Kaikante völlig stillgelegt, sagte der Eurogate-Sprecher. "Die Containerbrücken standen an allen Terminals still." Nur landseitig sei etwas gearbeitet worden, also beim Transportieren von Containern im Terminal oder der Abfertigung von Lastwagen und Güterzügen.

Zu wirtschaftlichen Verlusten wegen des Streiks wollte sich Eurogate nicht äußern. Mit den Kunden sei über den vorher angekündigten Warnstreik gesprochen worden, sagte der Sprecher. Einige Reedereien hätten ihre Schiffe umdisponiert. Die Hafenkapazitäten seien derzeit auch nur ein Problem unter vielen in der Schifffahrt. Als Folge der Corona-Pandemie seien die Fahrpläne der Schiffe durcheinander.

Reederei reagiert gereizt

Entsprechend gereizt reagierte die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd auf den Warnstreik. Die Streiks trügen zur extrem angespannten Situation bei und schadeten der Reputation des Hamburger Hafens.

Jeder Tag, den ein Schiff steht, kostet uns natürlich Geld, verärgert Kunden, Konsumenten, Seeleute und auch unser Landpersonal.

Sprecher, Reederei Hapag-Lloyd

Nach dem Ende des Lockdowns am weltgrößten Containerhafen in Shanghai rollt nun eine Welle an Containerfrachtern auf Europa zu. Dabei gibt es in den Häfen bereits jetzt kaum Container-Stellplätze, weil Boxen, die sonst binnen kurzer Zeit weitertransportiert werden, nun zwischengelagert werden müssen.

Bremerhavener Hafenarbeiter legen im Tarifstreit wieder Arbeit nieder

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 23. Juni 2022, 19:30 Uhr