Bremer Kliniken warnen vor Pleitewelle – und fordern Geld vom Bund

Stehen Bremens Krankenhäuser vor einer Pleite-Welle?

Bild: Imago | Westend61
  • Kosten der Krankenhäuser steigen deutlich
  • Krankenhausgesellschaft rechnet mit großen Verlusten bei den Kliniken
  • Bremer Kliniken fordern Hilfe vom Bund

Die Bremer Krankenhäuser befürchten eine Pleitewelle schon im kommenden Jahr, weil Energie und Lebensmittelpreise so stark steigen, aber auch das Personal mehr kostet. Sie fordern deshalb einen Inflationsausgleich von der Bundesregierung.

Der Geschäftsführer der Bremer Krankenhausgesellschaft, Uwe Zimmer, geht davon aus, dass alle Bremer und Bremerhavener Kliniken spätestens im nächsten Jahr rote oder tiefrote Zahlen schreiben. Er befürchtet, dass in 2023 einige Häuser insolvent werden, wenn die Politik nicht handelt.

Hohe Energiekosten bringen die Kliniken in Bedrängnis

Die Krankenhäuser haben millionenschwere Zusatzkosten, weil Energie und Lebensmittel, aber zum Beispiel auch Arzneien so schnell teurer werden. Allein für Gas muss das Bremer Krankenhaus St. Josef Stift ab Jahresende wohl das Dreifache zahlen, rechnet dessen Chef Torsten Jarchow vor. Das Bremerhavener Klinikum Reinkenheide geht davon aus, im kommenden Jahr einen zusätzlichen siebenstelligen Betrag für Energie aufbringen zu müssen, so der kaufmännische Geschäftsführer Thomas Kruse. Zum Jahresende werden Ärzte und Pflegepersonal zudem wegen der Inflation wohl besser bezahlt werden müssen.

Weil die Kliniken aber nicht – wie andere Unternehmen – einfach ihre Preise anheben können, fordern sie nun einen Ausgleich. Das sei Sache der Bundesregierung. Auch niedersächsische Kliniken hatten beim sogenannten Krankenhausgipfel schon auf ihre wirtschaftliche Notlage aufmerksam gemacht.

Wie steht es um die Zukunft des Bremer Klinikverbunds Geno?

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 2. September 2022, 19:30 Uhr