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Wahlumfrage: Kopf-an-Kopf-Rennen um das Bremer Rathaus

Die CDU kommt auf 26 Prozent – die SPD liegt einen Prozentpunkt dahinter. Das ergab eine aktuelle Erhebung von Infratest Dimap im Auftrag von Radio Bremen zur Bürgerschaftswahl.

Das Bremer Rathaus mit farbigen Balken und einer Wahlurne davor.
Wer zieht ins Bremer Rathaus ein? Die Wahlumfrage deutet auf ein knappes Ergebnis hin.

Rund zweieinhalb Wochen vor der Bürgerschaftswahl am 26. Mai hat die CDU einen hauchdünnen Vorsprung vor der SPD. Das hat eine Umfrage von Infratest-Dimap ergeben, die von Radio Bremen in Auftrag gegeben wurde. Würde die Wahl zur Bremischen Bürgerschaft bereits jetzt stattfinden, käme die CDU demnach auf 26 Prozent. Die SPD würde 25 Prozent erreichen.

Drittstärkste Kraft wären die Grünen mit 18 Prozent, die Linke stünde bei zwölf Prozent. Die AfD käme auf acht und die FDP auf sechs Prozent. Im Vergleich zur jüngsten Erhebung von Infratest-Dimap im Februar sind die Werte bei der sogenannten Sonntagsfrage weitgehend stabil geblieben: SPD und CDU konnten jeweils einen Prozentpunkt zulegen, die Linke hat einen Punkt verloren. Die Werte von Grünen, FDP und AfD haben sich nicht verändert.

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SPD auf Rekordtief

Für die Bremer SPD wären 25 Prozent das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte: Seit 1946 – also seit 73 Jahren – stellen die Sozialdemokraten in ihrer einstigen Hochburg ununterbrochen den Bürgermeister. In all diesen Jahren ging die SPD stets als stärkste Kraft aus den Wahlen zur Bremischen Bürgerschaft hervor. Bei der vergangenen Bürgerschaftswahl 2015 kamen die Sozialdemokraten noch auf 32,8 Prozent. Das war das bis dahin schlechteste Ergebnis in der Geschichte der Bremer SPD.

CDU bleibt unter den Erwartungen

Die Christdemokraten würden mit 26 Prozent ihr Wahlergebnis von 2015 um 3,6 Prozentpunkte verbessern. Dennoch bliebe die Partei recht deutlich unter den von Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder anvisierten "30 plus".

Auch die Grünen würden im Vergleich zur jüngsten Bürgerschaftswahl zwar zulegen, wenn auch nicht so stark, wie es der bundesweite Trend vielleicht erwarten ließe. Für die Linke wären zwölf Prozent ein sehr gutes Ergebnis: Noch nie hatte die Partei in Bremen ein zweistelliges Ergebnis. Während sich das Ergebnis der Liberalen gegenüber 2015 nicht verändern würde, könnte sich die AfD von 5,5 auf acht Prozent verbessern.

Unsicherheitsfaktor Bürger in Wut

Andere Parteien – wie zum Beispiel die Bürger in Wut (BIW) – blieben derzeit landesweit jeweils deutlich unter fünf Prozent. Entsprechend der Besonderheit des Bremischen Wahlrechts müssen sie entweder in der Stadt Bremen oder in Bremerhaven die Fünf-Prozent-Hürde überspringen, um in die Bürgerschaft einzuziehen. Das ist vor allem mit Blick auf die Bürger in Wut (BiW) wichtig: Sollten diese erneut in die Bürgerschaft einziehen, könnten alle Rechnungen für mögliche Koalitionen nochmal durcheinander geraten.

Große Koalition oder Dreier-Bündnis

Nach den Umfrage-Ergebnissen von Infratest-Dimap hätte der rot-grüne Bremer Senat keine Mehrheit mehr. Er käme nur noch auf 43 Prozent der abgegebenen Stimmen. Außer einer Koalition von CDU und SPD könnten also nur Dreier-Bündnisse eine Mehrheit stellen.

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Die Optionen wären hier: Eine rot-rot-grüne Koalition aus SPD, Linken und Grünen sowie ein "Jamaika"-Bündnis aus CDU, Grünen und der FDP. Eine "Jamaika"-Koalition käme laut der aktuellen Umfrage auf 50 Prozent der abgegebenen Stimmen, was für eine Mehrheit knapp reichen könnte.

Carsten gegen Carsten: Wer wird neuer Bürgermeister in Bremen?

Carsten Meyer-Heder und Carsten Sieling.

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  • Milan Jaeger

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 7. Mai 2019, 6 Uhr