Fragen & Antworten

Wie geht's ab Montag weiter an den Schulen in Bremen?

Nach Ende der Ferien sollen die Schulen in Bremen wieder öffnen, trotz Unsicherheiten durch die Pandemie. So sehen die aktuellen Planungen der Bildungsbehörde aus.

Schüler und Schülerinnen einer 12. Klasse nehmen am Unterricht teil und tragen Mundschutze.
An Bremens Schulen gibt es bis Ende Januar keine Pärsenzpflicht. (Symbolbild) Bild: DPA | Sven Hoppe
Momentan sind noch Ferien. Aber wie soll es an den Schulen im Land Bremen ab Montag weitergehen?
Im Grunde bleibt erstmal alles so, wie es schon vor Beginn der Ferien war. Die Präsenzpflicht bleibt bis Ende des Monats aufgehoben. Das heißt, die Schüler dürfen auch zu Hause lernen – müssen sie aber nicht, denn grundsätzlich werden die Schulen geöffnet. Außerdem startet nun eine große Test-Aktion, die mehr Sicherheit bieten soll. Dabei werden allen Lehrkräften und Schülern zumindest der Stadt Bremen Corona-Tests angeboten. Die Tests sind freiwillig. Ab dem 18. Januar setzt Bremen dann vermehrt auf Präsenz ohne Verpflichtung, aber mit deutlicher Empfehlung vor allem für die Grundschulen und die 5. und 6. Klassen sowie auch für die Abschlussklassen. Für die anderen Jahrgänge ist dann ein Wechselmodell vorgesehen – eine Hälfte zu Hause, die andere in der Schule – und am nächsten Tag andersrum.
Bildungssenatorin Bogedan will die Schüler möglichst schnell zurück in die Klassenräume bekommen. Warum diese Eile?
Claudia Bogedan (SPD) hätte die Schülerinnen und Schüler lieber heute als morgen zurück in den Schulen. Dabei sei die Abwägung zweier wichtiger Faktoren entscheidend: Auf der einen Seite stünde der Infektionsschutz. Andererseits gelte es auch die Folgen für die Schüler ohne Schulbesuch zu beachten. Es gehe in der Schule nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch um Bewegungsangebote und das gesamte Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen. Auch leichte Tendenzen, was Gewalt gegen Kinder betrifft, dürften nicht vergessen werden. Daher werde laut Senatorin alles getan, um den Besuch der Schule so sicher wie möglich zu machen. Sie empfiehlt allen Eltern, ihre Kinder wieder zur Schule zu schicken.
Jedes Land hat sein eigenes Modell. Wie sieht es in Niedersachsen aus?
In den Grundschulen plant das niedersächsische Kultusministerium in der kommenden Woche erstmal Distanzunterricht, allerdings mit viel Möglichkeiten zur Notbetreuung in den Schulen. Für den Rest des Monats wird dann ein Wechselmodell gelten. Bei den weiterführenden Schulen soll im Januar komplett auf Distanz unterrichtet werden. Aber auch da gibt es eine Notbetreuung für die Klassen 5 und 6 und Ausnahmen für die Abschluss-Jahrgänge, für die es ein Wechselmodell gibt.
Richtige Planbarkeit bedeuten die Modelle alle nicht. Was für Reaktionen gibt es zu den jetzigen Regelungen?
Eine gute und für alle akzeptable Lösung ist offenbar ein sehr schwieriges Vorhaben, denn es sind letztlich alles Kompromisse. Der Bremer Zentralelternbeirat hält das immerhin für einen vernünftigen Kompromiss, erwartet aber, dass es mehr Unterricht und nicht nur Betreuung gibt wie vor den Ferien. Gerade mehr Planbarkeit wünschen sich vor allem die Schüler selbst. Und die Lehrer-Gewerkschaft GEW in Niedersachsen fordert von der Politik, dass es nun im zweiten Halbjahr besser läuft als bisher. Die GEW erwartet ebenfalls mehr Planbarkeit und dass auch mehr Geld für besseren Schutz zur Verfügung gestellt wird.
Wie geht es im Kita-Bereich jetzt weiter?
In Bremen entscheiden die Eltern, ob sie ihre Kinder in die Kita bringen oder nicht. Wenn das alle tun, dann werden auch alle betreut. Nur wenn es Infektionsfälle in einer Gruppe gibt, dann wird das Angebot eingeschränkt und es kommt zu einer Notbetreuung.

In Niedersachsen sieht das anders aus, da sind die Einrichtungen grundsätzlich geschlossen. Aber es gibt wieder eine großzügige Ausnahme: Angeboten wird eine Notbetreuung für bis zu der Hälfte der eigentlichen Gruppengröße. Insbesondere für Eltern, die ihr Kind nicht zu Hause betreuen können, weil sie arbeiten müssen und vielleicht einen wenig verständnisvollen Arbeitgeber haben, kann das eine schwierige Entscheidung sein. Immerhin haben Bund und Länder zehn zusätzliche Kinderkrankengeldtage pro Elternteil beschlossen.

Schulen in Bremen bleiben geöffnet

Video vom 6. Januar 2021
Ein Schulhof mit Graffiti an den Wänden.
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Sven Weingärtner Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 6. Januar 2021, 19:30 Uhr