Klaus-Michael Kühne kann Proteste in Bremen nicht nachvollziehen

  • Neubau in Bremen soll Sitz der Geschäftsleitung werden
  • Logistikfirma investierte rund 26 Millionen Euro
  • Am Wochenende gab es Proteste gegen Kühne und Nagel
Richtfest von "Kühne und Nagel" am Weserufer

Kühne und Nagel hat in Bremen Richtfest für das neue Unternehmensgebäude an der Wilhelm-Kaisen-Brücke gefeiert. Es wird der neue Deutschland-Sitz des Logistikunternehmens werden.

Klaus-Michael Kühne auf dem Richtfest
Klaus-Michael Kühne ist Mehrheitsaktinär bei Kühne und Nagel.

Rund 800 Mitarbeiter werden ab Ende 2019 in dem neuen Hochhaus arbeiten. Bisher sind sie auf verschiedene Bremer Standorte verteilt, so ein Unternehmenssprecher.
Insgesamt investiert die Logistikfirma nach eigenen Angaben 26 Millionen Euro in das neue Geschäftshaus in der Innenstadt. Begonnen hatten die Bauarbeiten bereits vor mehr als zwei Jahren mit dem Abriss des alten Kühne-und-Nagel-Hauses an gleicher Stelle. Gegründet wurde das Unternehmen 1890 in Bremen von Kühnes Großvater.

Wir haben eine lange Tradition und bezeichnen Bremen immer noch als unser Stammhaus. Wir hatten schon vorher große und schöne Gebäude hier, aber dieses ist noch größer und moderner. Das zeigt, dass Kühne und Nagel mit Bremen sehr eng verbunden ist.

Klaus-Michael Kühne, Mehrheitsaktionär Kühne und Nagel

Proteste gegen Kühne und Nagel

Protestplakat an der Schlachte am Neubau der Spedition Kühne und Nagel mit der Aufschrift "Auf Raub gebaut".
Am Wochenende hing ein Plakat an dem Neubau, das auf die Vergangenheit des Unternehmens im dritten Reich anspielte.

Am Wochenende hatte es erneut Proteste gegen das Unternehmen gegeben. Hintergrund ist ein Mahnmal, das an die Enteignung von Juden im Dritten Reich erinnert. Kühne und Nagel hatte – wie andere Unternehmen auch – die beschlagnahmten Güter transportiert.

Das Mahnmal sollte ursprünglich direkt am neuen Kühne-und-Nagel-Haus entstehen, wird nun aber etwas entfernt an der Schlachte gebaut. Klaus-Michael Kühne zeigt kein Verständnis für die erneuten Proteste, denn sein Unternehmen sei damals Dienstleister und nicht aktiv Handelnder gewesen.

Man hat sich damals wahrscheinlich viel zu wenig dabei gedacht. Natürlich ist es sehr problematisch gewesen. Aber das war der Krieg, das war die Zeit. Ich identifiziere mich in keiner Weise damit. Im Gegenteil, ich kann das nur bedauern. Aber es war nun mal so.

Klaus-Michael Kühne, Mehrheitsaktionär Kühne und Nagel

Das Geschehene läge nun schon sehr lange zurück. Und er könne nicht nachvollziehen, dass man es immer wieder auf sein Unternehmen fokussiere. Er sehe keinen Anlass, sich mit der Errichtung eines Mahnmals direkt vor dem Gebäude anzufreunden. An dem Mahnmal an der Schlachte werde man sich aber aus Respekt finanziell beteiligen.

Dunkles Kapitel in der Geschichte von Kühne und Nagel

Dokumente mit dem Firmenlogo von Kühne und Nagel

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 16. April 2019, 19:30 Uhr