Bremer CDU fordert schnelle Nachfolge für Bildungssenatorin Bogedan

  • Bildungssenatorin Claudia Bogedan hat ihren Rücktritt angekündigt
  • CDU, Gewerkschaften und Elternvertreter betonen inhaltliche Differenzen
  • Nachfolge ist noch offen
Video vom 16. April 2021
Bildungssenatorin Claudia Bogedan mit FFP2-Maske.
Bild: Radio Bremen

Die CDU fordert nach der Rücktrittsankündigung von Claudia Bogedan (SPD) einen möglichst schnellen Wechsel an der Spitze des Bildungsressorts. Die CDU bedauerte den Rückzug Bogedans, auch wenn man mit ihr viele Konflikte in der Bildungspolitik gehabt habe. Sie sei jedoch eine leidenschaftliche Streiterin für Bildung in Bremen gewesen. Gleichzeitig forderte die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Yvonne Averwerser, einen klaren Schnitt. Das Dienstverhältnis müsse jetzt umgehend beendet werden, denn die Unterschriften einer Senatorin auf Abruf seien nicht mehr viel wert.

Stillstand und ein bloßes Verwalten der Ausgangslage kann sich Bremen angesichts der immensen Herausforderungen aber keinesfalls erlauben. Bürgermeister Bovenschulte und Frau Bogedan müssen jetzt für klare Verhältnisse sorgen, damit die Bildungspolitik in Bremen die Chance auf einen Neuanfang hat.

Yvonne Averwerser, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion

Bürgermeister Bovenschulte (SPD) dankte Bogedan für ihr "großartiges Engagement für Kinder und Bildung" und bedauerte ihre Entscheidung.

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Der grüne Fraktionsvorsitzende Björn Fecker lobte Bogedans Fachkompetenz. Zu ihrem plötzlichen Abgang sagt er, es gebe nie den richtigen Zeitpunkt und auch nie die richtige Kommunikation für so eine Entscheidung. Für die FDP kommt der Rückzug zu einer schwierigen Zeit. Da gebe es für den Nachfolger einiges zu tun, so der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Hauke Hilz.

Rücktritt zur Unzeit

Für den Zentralelternbeirat Bremen (ZEB) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kommt der Schritt zur Unzeit. Es überwiege die Enttäuschung über ihren Rücktritt, erklärt ZEB-Vorstandssprecher Martin Stoevesandt.

Wir haben die letzten zwölf harten Monate mit Frau Bogedan sehr vertrauensvoll zum Wohle der Kinder und Eltern zusammen gearbeitet. Auch davor waren wir natürlich nicht immer einer Meinung und haben uns mal mehr mal weniger stark aneinander gerieben, aber wir haben uns immer auf sie verlassen können.

Martin Stoevesandt, Zentralelternbeirat Bremen

Auch für die GEW war die Zusammenarbeit nicht immer reibungsfrei. Landesvorstandssprecherin Elke Suhr lobte Bogedan zwar als Kämpferin für die Bildung der Kinder, sie habe aber die Realität an den Schulen nicht wahrgenommen. Es hätten ihr auch die richtigen Experten für ein gutes Corona-Management gefehlt.

Bovenschulte will Nachfolge kurzfristig klären

Bürgermeister Bovenschulte kündigte an, dass er jetzt kurzfristig Gespräche führen und dann eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger vorschlagen werde. Der Fraktionsvorsitzende der SPD Mustafa Güngör geht davon aus, dass wieder eine Frau das Amt übernimmt. Die GEW fordert aber jetzt schon, es müsse jemand mit Praxiserfahrung an Schulen sein. Ähnlich bewertet das der Stadtschülerring in Bremerhaven – der Nachfolger oder die Nachfolgerin sollte Schülerinteressen kennen und die Schülervertretungen bei Entscheidungen mehr einbinden. Man hätte sich von Bogedan mehr Kampfgeist gewünscht, sie hinterlasse jetzt große Aufgaben.

So prägte Bogedan Bremens Bildungspolitik in den letzten 6 Jahren

Video vom 16. April 2021
Bildunssenatorin Claudia Bogedan schaut in die Kamera.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 16. April 2021, 19:30 Uhr