Fragen & Antworten

Teil der Bremer Martinistraße ist nun eine Einbahnstraße

Verkehrsversuch geht weiter: Das ändert sich in Bremens Martinistraße

Audio vom 13. September 2021
Auto muss vor Vollsperrung abbiegen, Schriftzug "Rad Fahr Rad" auf der Fahrbahn
Bild: Radio Bremen | Alexander Schnackenburg
Bild: Radio Bremen | Alexander Schnackenburg

Die nächste Phase der Verkehrsversuche startet: Zwischen Langenstraße und Brill wird eine Einbahnstraße eingerichtet. Die Änderungen im Überblick.

Die Martinistraße in Bremen ist eine vierspurige Verkehrsstraße, die zwischen der Schlachte an der Weser und der Bremer Innenstadt verläuft. Der Autoverkehr soll aber eingeschränkt werden, damit der Weg zur Schlachte und zur Innenstadt attraktiver wird. Seit Ende Juli laufen deshalb Verkehrsversuche. Erst wurde die Straße komplett gesperrt, dann war sie nur noch zweispurig mit Tempo 20 befahrbar. Jetzt wird ein Teilabschnitt zur Einbahnstraße.

Worauf müssen sich Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger jetzt einstellen?
Die Martinistraße wird zwischen der Langenstraße und Brill zur Einbahnstraße. Autofahrende, die aus Walle oder der Überseestadt kommen, können also nicht mehr weiter in die Martinistraße fahren. Ab der Ecke zur Langenstraße führt die Fahrspur nur noch in Richtung der Bürgermeister-Smidt-Brücke. Fußgänger und Radfahrende bekommen dafür mehr Platz. Bis zum 22. November soll die Testphase gehen. Für alle, die aus Richtung östliche Vorstadt (Osterdeich/Tiefer) in die Martinistraße einfahren, ändert sich nichts. Auch das in der letzten Phase eingeführte Tempo 20 bleibt bestehen.

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Datawrapper anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

In der letzten Phase gab es neben den Verkehrseinschränkungen auch noch viele Veranstaltungen und Attraktionen, um die Straße zu beleben. Ist so etwas wieder geplant?
Ja, zum einen sind zwei Holztürme aufgebaut worden – einer vor dem Pressehaus und der andere beim Atlantik-Hotel. Dort gibt es dann Ausstellungen und man kann sich die Martinistraße von oben angucken. Außerdem wird auf dem Martiniplatz ein temporäres Cafe eingerichtet und ab Donnerstag gibt es die sogenannte Mobilitätswoche mit Veranstaltungen. Da wird unter anderem im Tiefer-Tunnel ein Skate-Parcours aufgebaut, es wird klassische Jahrmarktsspiele geben, das Bremer Filmfest zeigt Filme auf einer großen Leinwand und an einem Tag wird der Tiefer-Tunnel zu einem Club umgewandelt.
In den letzten Tagen und Wochen war viel Kritik an diesem ganzen Verkehrsversuch zu hören. Kam die nur von der Opposition?
Nein, auch Koalitionspartner der Grünen, die SPD und die Linke, haben ihre Probleme mit den Verkehrsversuchen der Mobilitätssenatorin Maike Schaefer von den Grünen. Der Grund: Nicht nur an der Martinistraße kommt es in der Folge zu Verkehrsproblemen, auch am Wall wurde die Straße in Richtung Innenstadt in eine Einbahnstraße umgewandelt. Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) meint, dass es irgendwann dann eben auch mal reiche mit den Verkehrsversuchen.

Wir sind auch für mehr Fahrrad und weniger Auto in der Innenstadt und haben nichts gegen Fahrrad-Premiumrouten. Aber man muss natürlich auch sehen, dass man alle mitnimmt und auch vernünftig informiert, sonst verliert man die Akzeptanz am Ende des Tages.

Kristina Vogt (Linke), Wirtschaftssenatorin
Ziel des Projektes ist es, die Innenstadt autoärmer zu machen und gleichzeitig auch attraktiver werden zu lassen. Ist das denn aufgegangen?
Da gehen die Meinungen auseinander. Vor allem die Grünen halten das Projekt nach wie vor für sinnvoll und zielführend. Die Handelskammer Bremen sieht das anders. Dort ist man der Ansicht, dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden. Der Innenstadtbeauftrage Olaf Orb meint, man habe nicht mehr Kunden für die Innenstadt gewinnen können. Die Signalwirkung nach außen sei eher die gewesen, dass die City per Auto schwerer zu erreichen ist. Dadurch habe man weniger automobile Kunden gehabt, so Orb. Und auch Geschäftsleute, vor allem am Wall, sind wenig begeistert von dem Verkehrsversuch in den beiden Straßen. Ihnen würden die Kundinnen und Kunden wegbleiben und sie fürchten nach den Lockdowns wieder Umsatzeinbußen im kommenden Weihnachtsgeschäft.
Der Verkehrsversuch wird erst mal bis November durchgeführt. Was ist danach?
Am 22. November endet diese Phase. Dann wird die Martinistraße wieder einspurig in beide Richtungen befahrbar sein. Mitte April kommenden Jahres endet der Verkehrsversuch. Dann soll alles ausgewertet werden, und vielleicht gibt es auch eine Entscheidung, wie der Verkehr in der Martinistraße künftig dauerhaft geführt werden soll.

Nächste Testphase der Bremer Martinistraße beginnt holprig

Video vom 13. September 2021
Ein Einbahnstraßenschild an der Martinistraße.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 13. September 2021, 8 Uhr