Gesundheitssenatorin fordert Kürzungen bei Bremer Kliniken

  • Claudia Bernhard (Linke) fordert Einschnitte*
  • Senatorin rechnet mit harten Auseinandersetzungen
  • Klinikverbund rechnet auch zukünftig mit einem Minus
Mehrere Mitglieder der Gesundheitsdeputation, die in einer Runde zusammensitzen.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) hat drastische Einschnitte beim defizitären kommunalen Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno) gefordert. Standort-Schließungen seien zwar nicht geplant. Man müsse aber über örtliche Kürzungen reden, sagte Bernhard am Rande einer Krisensitzung der Gesundheitsdeputation.

Immer mehr Menschen lassen sich ambulant behandeln. Viele Krankenhausbetten bleiben deshalb leer, räumt die Genoleitung ein. Gesundheitsenatorin Bernhard will daraus Konsequenzen ziehen.

Ich bin damit konfrontiert, jetzt realistisch klarzulegen, auf was wir verzichten wollen, wenn wir bestimmte Gelder nicht mehr ausgeben, und das wird für Stadtteile durchaus harte Auseinandersetzungen geben.

Die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz Claudia Bernhard steht vor einem Mikrofon und redet.
Claudia Bernhard (Linke), Bremens Gesundheitssenatorin

Wo sie kürzen will, sagt die Senatorin aber nicht. Parallel dazu müsse das ambulante Angebot ausgebaut werden. "Ich halte es für wichtig, dass wir über Gesundheitszentren nachdenken, die auch Geld kosten, die entsprechend flankierend realisiert werden müssen."

Klinikverbund erwartet auch künftig rote Zahlen

Das Defizit beim Klinikverbund schätzt die Chefin, Jutta Dernedde, in diesem Jahr auf knapp 18 Millionen Euro. Und auch in den nächsten Jahren sei nicht mit schwarzen Zahlen zu rechnen. "Aufgrund der Systemveränderungen arbeiten wir gerade daran, das genauer abschätzen zu können: kann es nach drei Jahren oder wird's erst nach fünf Jahren sein?"

*Wir hatten zuvor geschrieben, dass Gesundheitssenatorin Bernhard "Kürzungen ankündigt". Richtig ist, dass sie Kürzungen fordert.. Deshalb haben wir die Schlagzeile entsprechend geändert.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 12. September 2019, 6 Uhr