Minus der Bremer Kliniken: Wird Geno-Führung umgebaut?

  • Claudia Bernhard will über Veränderungen auf Führungsebene nachdenken
  • Millionenminus der Geno wird jetzt auf rund 28 Millionen Euro beziffert
  • Bisher war der Klinik-Dachverband Geno von gut 17 Millionen ausgegangen
Zwei Krankenhausbetten

Angesichts des steigenden Defizits beim Bremer Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno) erwägt Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) Änderungen auf Führungsebene. Das sagte die Politikerin zu buten un binnen. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass das erwartete Minus bei den städtischen Kliniken in diesem Jahr auf rund 28 Millionen Euro gestiegen ist.

Selbstverständlich muss man in dem Zusammenhang auch über Führungsstrukturen nachdenken.

Politikerin Claudia Bernhard im Gespräch, im Hintergrund ist ein buntes Gemälde zu sehen.
Claudia Bernhard, Bremer Gesundheitssenatorin

Auf die Frage von buten un binnen, ob die Geschäftsführerin der Geno, Jutta Dernedde, jetzt noch die Richtige sei, antwortete Bernhard ausweichend. Sie stellte aber in Aussicht, die Führungsstrukturen insgesamt zu verändern. So kündigte sie an, den Kreis der Personen, die innerhalb der Geno beteiligt sind, zu vergrößern. Dabei sollen laut Bernhard die Krankenhausdirektionen vor Ort und auch die Betriebsräte eingebunden werden.

Jutta Dernedde selbst denkt jedenfalls nicht ans Aufgeben. Sie sagte gegenüber buten un binnen, dass sie zwar nicht unendlich kränkbar sei, dafür aber unendlich belastbar.

Das Unternehmen liegt mir sehr am Herzen und wenn es nach mir geht, stehe ich das weiter durch.

Jutta Dernedde
Jutta Dernedde, Geschäftsführerin der Geno

Erhoffte Kehrtwende ist ausgeblieben

Aus einem Schreiben, das der Klinikverbund an seine Belegschaft verschickt hat, geht hervor, dass sich das Minus weiter vergrößert. Die Geschäftsführung rechnet darin mit einem Minus von 27,8 Millionen Euro bis zum Jahresende. Damit fiele der Jahresverlust um ein Drittel höher aus als entsprechende Schätzungen der Geno vom September. Damals war noch die Rede von knapp 18 Millionen Euro gewesen.

Im dritten und vierten Quartal sei die "Kehrtwende ausgeblieben", heißt es in dem Brief. Es sei zwar zusätzliches Personal – auch Leiharbeitskräfte – eingestellt worden. Dennoch herrscht offenbar weiterhin akuter Personalmangel: In dem Schreiben heißt es, dass eine große Zahl von Betten und Operationssälen gesperrt und somit nicht benutzbar sei. "Das macht sich weiter negativ bemerkbar", schreibt die Geno-Führung. So sei es nicht gelungen, die Einnahmen zu verbessern.

Um die Situation zu bewältigen, brauche man die Unterstützung der Stadt, heißt es zudem in dem Schreiben. Man wisse, dass man "diese Situation nicht aus eigener Kraft bewältigen" könne. Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) hatte sich zuletzt für drastische Einschnitte bei der Geno ausgesprochen. Der Verbund betreibt die vier städtischen Krankenhäuser Bremens: die Kliniken Mitte, Nord, Ost und Links der Weser.

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Krankenhelfer laufen mit einem Klinikbett durch den Krankenhausflur.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 23. Oktober 2019, 19:30 Uhr