Technik-Mängel: Neue Fregatte muss wieder in die Werft

  • Werft soll neuesten Fregattentyp nachbessern
  • Marine: Zurückflaggen ist "gängige Praxis"
  • Werft gehört zur Bremer Lürssen-Gruppe
Die neue Fregatte "Baden-Württemberg" der Klasse F125 läuft am 12.01.2017 von Cuxhaven (Niedersachsen) zur weiteren Erprobung in die Nordsee aus.
Die technischen Mängel an Bord der Fregatte "Baden-Württemberg" sind auf Testfahrten festgestellt worden. Bild: DPA

Die Deutsche Marine und das Bundesverteidigungsministerium haben Berichten widersprochen, wonach die gerade gebaute Fregatte "Baden-Württemberg" an die Werft zurückgegeben werde. Der absolut neue Schiffstyp befinde sich in der Erprobungsphase auf See und sei von der Marine bislang weder übernommen noch in Dienst gestellt worden, sagte ein Sprecher der Marine in Kiel zu buten un binnen. Die "Baden-Württemberg" ist das erste von insgesamt vier Schiffen des neuen Fregattentyps F125, der von Blohm+Voss gebaut wird. Die Hamburger Werft war im Herbst 2016 von der Bremer Lürssen-Gruppe übernommen worden.

Bei den Testfahrten seit Juli 2017 habe sich gezeigt, dass das Zusammenspiel von Soft- und Hardware auf der "Baden-Württemberg" noch nicht richtig funktioniere, sagte der Marinesprecher weiter. Deshalb komme das fast 150 Meter lange Schiff zur Nachbesserung wieder in die Werft. "Der Fachbegriff dafür ist zurückflaggen. Das ist bei der 'Baden-Württemberg' schon einmal der Fall gewesen", sagte der Sprecher. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte auf Anfrage, dass das "gängige Praxis" sei. Ab dem 19. Januar sei eine längere Liegezeit des Schiffs bei der Industrie geplant. Die Dauer ist unklar.

In Medienberichten hatte es zunächst geheißen, die Bundeswehr werde erstmals ein bereits übernommenes Schiff wieder an die Werft zurückgeben.

Neue Fregatten vor allem für Übersee-Einsätze

Die Fregatten vom Typ 125 sind bislang einzigartig bei der Deutschen Marine. Die neuen Schiffe sollen die Fregatten der "Bremen-Klasse" ersetzen. Die Entwicklung der "Baden-Württemberg-Klasse" begann 2005. Die Schiffe sollen vor allem außerhalb von Nord- und Ostsee zum Einsatz kommen. Die vier neuen Fregatten sollen bis zu zwei Jahren im Einsatz bleiben können und dabei Seewege sichern, Embargo- und Rettungseinsätze begleiten sowie Spezialkräfte unterstützen. Sowohl Antrieb als auch viele Komponenten der Waffen- und Aufklärungstechnik sind technisches Neuland.

    Die Fregatte F223 der Bundesmarine liegt beim Werftgelände von "Blohm+Voss in Hamburg im Hafen. Foto:
Das Schwesterschiff "Nordrhein-Westfalen" an der Kaje vopn Blohm+Voss in Hamburg. Bild: DPA | Winfried Rothermel

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 22. Dezember 2017, 8 Uhr