Infografik

Diese Lockdown-Regeln gelten seit Montag in Bremen

In Bremen werden die getroffenen Bund-Länder-Beschlüsse lockerer ausgelegt: Die Bremer Landesregierung nimmt auch weiterhin Kinder von bestimmten Kontakt-Beschränkungen aus.

Video vom 8. Januar 2021
Ein Sitzungsraum mit vielen Mikrofonen und Plexiglas.
Bild: Radio Bremen

Nach dem Bund-Länder-Treffen vom 5. Januar 2021 ist klar: Der aktuelle Corona-Lockdown wird bis Ende des Monats verlängert und teilweise verschärft. Während die neuen Regeln in Hamburg bereits gelten, treten sie in Bremen am Montag in Kraft. Am Freitag hatte der Geschäftsordnungsausschuss der Bremischen Bürgerschaft sie im Detail beschlossen.

1 Schärfere Kontaktbeschränkungen

Ab Montag sind Treffen jenseits des eigenen, mehrköpfigen Haushalts nur noch mit einer weiteren Person erlaubt. Eine ähnliche Regelung galt bereits im Frühjahr 2020. Aber: Kinder bis zwölf Jahren zählen in Bremen nicht dazu. Das bedeutet: Ein Bremer Haushalt darf Besuch von einer Person bekommen, die Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren mitbringen kann. Kinder, die älter sind, zählen als eigenständige Person. Auch Treffen von Kindern aus mehr als zwei Haushalten sind in Bremen und Bremerhaven weiterhin erlaubt. Eine Personen-Obergrenze gibt es nicht. Grund für die Auslegung der Regel seien auch teils komplizierte Betreuungssituationen, so der Sprecher des Bremer Senats, Christian Dohle. "Wir glauben, dass es sehr viele verschiedene Betreuungssituationen und Konstellationen gibt, die wir auch weiterhin möglich machen wollen", sagt Dohle gegenüber buten un binnen.

Diese Treffen sind ab Montag in Bremen und Bremerhaven möglich

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2 Einschränkung der Bewegungsfreiheit in Hotspots

Anders als andere Bundesländer legt Bremen die Einschränkung der Bewegungsfreiheit in sogenannten Hotspots lockerer aus. Eine 15-Kilometer-Begrenzung wurde nicht in die aktuelle Verordnung aufgenommen. Diese besagt laut Bund-Länder-Beschluss: Sollte der Inzidenzwert regional auf 200 oder mehr steigen, dürfen sich Menschen nicht mehr ohne triftigen Grund weiter als 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen. Die Inzidenzwerte von Bremen und Bremerhaven liegen mit 72,8 und 64,5 derzeit weit unter der Marke von 200. Bremen verzichtet zunächst also auf die pauschale Festlegung der 15-Kilometer-Regel, behält sich aber für den Fall eines erneuten Anstiegs der 7-Tage-Inzidenz folgende Option vor: Bremen und Bremerhaven können dann – bei Bedarf – eine solche Begrenzung als Regel beschließen.

3 Offene Schulen & erweitertes Kinderkrankengeld

Die Präsenzpflicht an Bremer Schulen bleibt für die Dauer des Lockdowns, also bis Ende Januar, ausgesetzt. Eltern können selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken wollen. Bildungssenatorin Claudia Bogedan hat die Eltern aufgerufen, insbesondere Grundschulkinder in die Schule zu schicken. Der Magistrat in Bremerhaven empfiehlt genau das Gegenteil. Für ältere Schülerinnen und Schüler gibt es ein Vor-Ort-Angebot aber auch die Möglichkeit, von zu Hause aus zu lernen. Wer in diesem Jahr einen Schulabschluss vor sich hat, geht in den Wechselunterricht. Prüfungen und Klausuren werden vor Ort in den Schulen geschrieben. Eltern können für die Betreuung ihrer Kinder das so genannte Kinderkrankengeld in Anspruch nehmen, das in diesem Jahr von zehn auf zwanzig Tage verdoppelt wird. Alleinerziehende können jetzt sogar bis zu 40 Tagen beantragen.

Seit dem 7. Januar 2021 läuft in der Stadt Bremen eine großangelegte Reihentestung für die Lehrer- und Schülerschaft sowie Mitarbeitende in Kitas. Das Angebot der Bremer Bildungsbehörde ist kostenlos, rund 83.000 Menschen können sich noch bis zum 18. Januar 2021 auf eine Corona-Infektion testen lassen. Eine schrittweise und sichere Rückkehr zum normalen Schulalltag soll so laut Bildungsbehörde gewährleistet werden.

4 Mehr Tests in Alten- und Pflegeeinrichtungen

Das Personal in stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen muss mehrmals pro Woche getestet werden. In Regionen mit erhöhten Fallzahlen müssen Besucher einen negativen Coronatests vorweisen. Bis spätestens Mitte Februar sollen sich alle Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen impfen lassen können. Bis zum 1. Februar sollen etwa vier Millionen Impfdosen ausgeliefert worden sein.

Geringe Impfbereitschaft bei Bremer Pflegekräften

Video vom 5. Januar 2021
Zwei Pflegerinnen, die sich mit Mund-Nasen_bedeckung gegenüber stehen und sich unterhalten.
Bild: Radio Bremen

Autoren

  • Angela Weiß
  • Ramona Schlee

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 8. Januar 2021, 19:30 Uhr