Nach Ermittlungen: Bremer Pastor Latzel verteidigt sich

  • Pastor bestreitet, Homosexuelle generell als Verbrecher bezeichnet zu haben
  • Er habe Angreifer gegen seine Gemeinde gemeint
  • Latzel entschuldigte sich, falls ein falscher Eindruck entstanden sei
Die Kirche der Martini-Gemeinde in Bremen.
Der Pastor der St. Martini-Kirche stand schön häufiger öffentlich in der Kritik. Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Der Bremer Pastor Olaf Latzel hat bestritten, dass er Homosexuelle generell als Verbrecher bezeichnet hat. Er habe vielmehr Angreifer gegen seine Gemeinde gemeint, so Latzel in einem live im Internet gestreamten Gottesdienst. Gegen den Pastor ermittelt der Bremer Staatsschutz wegen Volksverhetzung. Wenn der Eindruck entstanden sei, er halte alle Homosexuellen für Verbrecher, wolle er sich dafür entschuldigen, so der Geistliche. Das sei selbstverständlich nicht seine Meinung.

Latzel kritisiert Angriffe auf die Martini-Gemeinde

Mit dem Begriff Verbrecher habe er vielmehr "militante Aggressoren" gemeint, die seine Gemeinde immer wieder angegriffen und gotteslästerlich diffamiert hätten. Als Beispiel nannte Latzel ein sogenanntes Kiss-In von gleichgeschlechtlichen Paaren und Schmierereien an der Kirche wie "God is gay". Er beklagte, dass er von Teilen der Kirche, der Politik und der Presse zunehmend ausgegrenzt und diffamiert werde.

Die Bremische Evangelische Kirche prüft dienstrechtliche Schritte gegen den Pastor. Er hatte bei einem Eheseminar seiner Gemeinde gesagt, überall liefen "diese Verbrecher rum von diesem Christopher Street Day". "Diese Homo-Lobby, dieses Teuflische", werde immer stärker. Ein Videomitschnitt der Veranstaltung vom Oktober vergangenen Jahres bei YouTube ist inzwischen nicht mehr frei zugänglich.

CDU-Fraktionschef Röwekamp äußert sich auf Twitter

Nach Bekanntwerden der Ermittlungen äußerte sich unter anderem der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Röwekamp zu Latzels Aussagen auf Twitter. Er bezeichnete sie als Verletzung der Menschenrechte und schrieb, die Äußerungen erinnerten an Mittelalter und Nationalsozialismus. Aus Nachfrage eines Users bestätigte Röwekamp, dass auch der Kirchenausschuss diese Haltung vertrete.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 26. April 2020, 15 Uhr