Studie: Bremens Viertklässler sind die Schlechtesten

Die Ergebnisse sind erschütternd. In keinem anderen Bundesland sind die Kompetenzen von Viertklässlern in Mathe und Deutsch so schlecht wie in Bremen. Das zeigt die Studie "IQB Bildungstrend 2016" im Auftrag der Kultusministerkonferenz.

Eine Schulklasse der 4. Jahrgangsstufe im Klassenraum.
Bei den Kompetenzen in Deutsch und Mathematik landen Bremer Grundschüler auf dem bundesweit letzten Platz. Bild: DPA | Ulrich Baumgarten

Zwar ist das Niveau der Grundschüler in den Fächern Deutsch und Mathematik in ganz Deutschland deutlich gesunken, das Bundesland Bremen hat dabei aber besonders schlecht abgeschnitten. Die Grundschüler wurden auf ihr Können in den Bereichen Lesen, Zuhören, Rechtschreibung und Mathematik geprüft. In allen vier Bereichen landeten die Bremer Schüler auf dem letzten Platz.

Nur etwas mehr als die Hälfte der Bremer Viertklässler (52,8 %) erreichte beim Lesen die Vorgaben der Kultusminister, bei der Rechtschreibung gerade mal jeder Dritte (35,1 %). Nicht mal die Hälfte (47,2 %) der Bremer Grundschüler konnte so gut rechnen wie es in der vierten Klasse nötig wäre.

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Trend zeigte sich schon 2011

Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen hat die Studie im Auftrag der Kultusministerkonferenz bundesweit durchgeführt. Rund 30.000 Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse haben daran teilgenommen, davon über 1.800 in Bremen. Per Zufallsprinzip wurden dafür neben allgemeinen Schulen auch Förderschulen in allen 16 Bundesländern ausgewählt. In Bremen haben nahezu alle Grundschulen teilgenommen, weshalb die Ergebnisse hier besonders aussagekräftig sind. In die Ergebnisse sind nicht nur die Kompetenztests miteinbezogen worden, in Schüler- und Elternfragebögen sind weitere Aspekte, wie zum Beispiel der Bildungsgrad des sozialen Umfelds, abgefragt worden. Das bisher letzte Mal ist das Bildungsniveau an den Grundschulen 2011 untersucht worden. Auch damals waren die Bremer Schüler bereits Schlusslicht.

Dass die Lage so schlecht ist, dass wir jetzt auch den Anschluss ans Mittelfeld verloren haben, das ist natürlich sehr besorgniserregend.

Bildungssenatorin Claudia Bogedan

Die Situation an Bremer Grundschulen spiegele die ungünstige soziale Entwicklung und die Klassengefüge, die sich durch Inklusion und Zuwanderung verändert hätten, sagte Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD). Bremen habe in den letzten Jahren viel unternommen, um die Bildungssituation zu verbessern. Warum sich das nicht entsprechend in den Ergebnissen der Studie widerspiegele, müsse jetzt untersucht werden, sagte die Senatorin.

Am kommenden Dienstag wird Bogedan die Ergebnisse dem Senat vorstellen und auch mit den Schulleitungen über die nächsten Schritte und Maßnahmen diskutieren. Schon jetzt fordert Bogedan mehr Geld für die Bremer Schulen und hofft darauf, bei den Haushaltsverhandlungen im Herbst noch etwas rauszuschlagen.

Verheerende Situation an Bremer Grundschulen

Die Bremer CDU sieht in den Ergebnissen einen Absturz der Bremer Bildungspolitik. Den Kindern in Bremen würden ab dem Tag der Einschulung Zukunftschancen verbaut, sagte der CDU-Mann Thomas vom Bruch.

Die FDP spricht von einer verheerenden Situation an den Grundschulen. Bremen sacke weiter ab und bleibe Schlusslicht in der Bildung. Die Linke fordert zusätzliche Sonderpädagogen, eine Doppelbesetzung von Lehrern in Klassen an sozialen Brennpunkten und mehr Sozialarbeiter an den Schulen.

  • Angela Weiß

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 13. Oktober 2017, 19:30 Uhr