Infografik

Strom: Kleine Schule in der Natur – noch ohne Ganztagsangebot

Strom hat einen dörflichen Charakter. Es gibt hier nur eine Grundschule und wenige Anwohner. Die um den Erhalt ihrer Bildungseinrichtung stark kämpfen mussten.

Stadtteilcheck

Eine Karte von Bremerhaven und Bremen, mit Kreide auf eine Tafel gemalt, dahinter Abbildungen von einem Grundschüler und mehreren Abiturientinnen.
Bild: Imago | Panthermedia, Jochen Tack, Westend61

Bremen

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Bremen Mitte

1 Einwohner, Schüler und Schulen

In Strom, einem Ortsteil mit landwirtschaftlichem Charme, aber ohne Stadtteilebene, ist das Leben noch dörflich geprägt. Lediglich 416 Einwohner waren Ende 2018 hier gemeldet. Und nur 36 davon drückten noch die Schulbank. In Strom gibt es zudem lediglich eine Grundschule. Hier sind derzeit 33 Schüler angemeldet. Einige von ihnen kommen aus den Stadtteilen Huchting und Woltmershausen. Wie im benachbarten Seehausen werden die Klassen jahrgangsübergreifend unterrichtet: Die erste und zweite Klasse zusammen in einer Gruppe, die dritte und vierte in einer anderen.

Grafik - Anzahl von Einwohnern und Schülern in Strom Einwohner Schüler Quelle: Statistisches Landesamt Bremen, Senatorin für Kinder und Bildung, Stand: 2018 416 36

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Im vergangenen Jahr haben insgesamt weniger als fünf Schüler mit Wohnsitz in Strom eine weiterführende Schule abgeschlossen. In den Vorjahren wurde ebenfalls nur eine Handvoll Schüler pro Jahrgang entlassen. Daher ist es nicht möglich, einen eindeutigen Trend zu erkennen oder eine statistisch repräsentative Auswertung vorzunehmen.

2 Probleme und Herausforderungen im Bildungsbereich

So wie die andere Bremer "Zwergschule" in Seehausen muss auch die Grundschule Strom renoviert werden. Eigentlich sollte die Sanierung schon begonnen haben, doch auch hier hat sie sich verzögert. "Geplant ist sie jetzt fürs Frühjahr", erklärt die Schulleiterin Stefanie Diesen. Die Sanierung betrifft unter anderem den Brandschutz.

Vor wenigen Jahren sollte auch die Grundschule Strom geschlossen werden. Doch am Ende konnte die Schließung abgewandt werden. "Dem Beirat liegt die Schule sehr am Herzen", teilt die Beiratssprecherin Cornelia Renken (CDU) mit. 

Ein Transparent mit der Aufschrift "Hände weg von unserer Schule" an der Grundschule in Bremen-Strom.
Vor einigen Jahren stand die Grundschule Strom kurz vor der Schließung.

Wie in Seehausen muss auch die Grundschule Strom künftig als Ganztagsschule dienen. Doch bei der Essensversorgung wollen die Stromer offenbar eigene Wege gehen. "Die Planung sieht momentan eine getrennte Essensversorgung vor, unabhängig von der Schule in Seehausen", sagt Diesen.

Die Schüler der kleinen Grundschule gehen in der Regel auf die Oberschule Roter Sand in Woltmershausen oder aufs Gymnasium, wenn sie mit der vierten Klasse fertig sind. "Das ist schon ein Schritt, von einem so kleinen System auf eine große Schule. Doch ich glaube, dass wir es ganz gut meistern", sagt Diesen.

Auch die Wege sind für die älteren Schüler dann nicht mehr so kurz. "Für alle weiterführenden Schulen haben die Schüler eine relativ lange Anfahrt mit ÖPNV oder dem Rad", bestätigt Renken.

Doch der kleine, abgelegene Standort der Schule habe ihre Vorteile, erklärt Schulelternsprecherin Birthe Rößler: "Es ist eine angenehme Größe für die Kinder, die dann unterschiedlich gefördert werden können." Eventuelle Probleme könnten schnell besprochen und geklärt werden, auch gäbe es kaum Unterrichtsausfall, sagt Diesen. Das Einzige, was den Eltern Sorgen bereite, sei der Verkehr vor der Schule, sagt Rößler.

3 Rahmenbedingungen und Lebensumstände

Strom ist ein Hufendorf, umgeben von Feldern. Grasende Kühe und anfliegende Störche runden das idyllische Bild des Ortsteils ab. Die Landwirtschaft ist im Ortsteil ausschlaggebend, doch auch das Güterverkehrszentrum im Norden und die nahegelegenen Firmen tragen maßgeblich zur örtlichen Wirtschaft bei. Das durchschnittliche Jahreseinkommen lag 2013 bei 36.000 Euro, aktuellere Daten liegen noch nicht vor. Zum 30. Juni 2019 waren keine Arbeitslosen gemeldet.

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In Strom leben die wenigsten Kinder in Harz-IV-Familien. Mit etwa vier Prozent gehört Strom also zu den Stadtteilen mit dem niedrigsten Wert. Auch liegt die Zahl der Kinder mit Sprachförderbedarf hier regelmäßig unter fünf. Zahlen über den Inklusionsanteil liegen für Strom nicht vor.

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Insgesamt haben 32 Familien in Strom Kinder. Alleinerziehende gibt es hier kaum: Weniger als fünf Elternteile ziehen ihre Kinder alleine groß. Auch haben weniger als fünf Haushalte mehr als zwei Kinder.

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Autorin

  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 10. November 2019, 19:30 Uhr