Bremer Kassenärzte warnen vor teils "existenzbedrohender Lage"

Bremer Ärzte fürchten Kostensteigerungen

Bild: DPA | Marcel Kusch
  • Bremer Kassenärzte fordern Inflationsausgleich
  • Ärzte wollen mehr Geld von den Krankenkassen
  • Sonst könnte das Angebot eingeschränkt werden

Wegen steigender Personalkosten und explodierender Energiepreise fordern die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Bremen einen Ausgleich. Sie wollen von den Krankenkassen im kommenden Jahr mehr Geld. Die Kassenärztliche Vereinigung Bremen (KV) spricht von einer "existenzbedrohenden Lage für manche Praxen".

Höhere Gehälter für Praxishilfen und Assistenzen sowie vervielfachte Energiekosten machen auch den Ärzten zu schaffen, die die gesetzlich Versicherten behandeln. Wenn Strom – wie befürchtet – fünfmal so teuer wird wie jetzt, dann seien vor allem Praxen betroffen, die viel Energie brauchen – zum Beispiel Radiologie-Ärzte oder Strahlentherapeuten.

Ärzte sorgen sich um ambulante Angebote

Die Explosion der Betriebskosten müsse gegenfinanziert werden, fordert der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen, Kurt Josenhans. Doch bislang hätten die Krankenkassen den Ärzten nur eine "Nullrunde" angeboten, so die KV. In der Folge könnten die Mediziner ihre Angebote einschränken, drohte Josenhans. Dann bekämen Patienten nicht mehr so schnell Behandlungstermine und müssten weitere Wege in Kauf nehmen oder sich in Krankenhäusern behandeln lassen.

Die Kassenärzte befürchten, dass ambulante Versorgungsstrukturen kaputtgehen, wenn die gestiegenen Kosten bei den Arztpraxen nicht ausgeglichen werden. Sie betonen, dass es nicht darum geht, dass Ärzte in der Krise mehr Geld verdienen wollen.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen um 6, 8. September 2022, 18 Uhr