Bremen könnte Flüchtlinge von Rettungsschiff "Sea Watch" aufnehmen

Bremen ist bereit, Flüchtlinge vom Schiff "Sea Watch 3" aufzunehmen. Allerdings müssten Bundesbehörden die Aufnahme einleiten, heißt es von der Senatspressestelle.

Flüchtlinge retten sich von ihrem sinkenden Schlauchboot vor der lybischen Küste auf ein Schiff
Das deutsche Rettungsschiff "Sea Watch 3" ist seit Wochen mit Flüchtlingen an Bord unterwegs. Bild: DPA | Lisa Hoffmann

Das Rettungsschiff "Sea Watch 3" ist seit mehreren Wochen mit 32 Flüchtlingen an Bord auf See unterwegs. Denn bisher hat die Crew keinen sicheren Hafen gefunden, in den man einlaufen könnte. Vor diesem Hintergrund und den Schwierigkeiten anderer privater Seenotretter hat die Seebrücke Bremen einen Offenen Brief an Bremens Bürgermeister Carsten Sieling geschickt.

Darin fordert sie Sieling auf, zu erklären, dass man aus Seenot gerettete Menschen in Bremen aufnehmen will. Im September hatten Bremen, Hamburg und Berlin erklärt, man werde sich "weiterhin engagiert an der Versorgung und Integration von Flüchtlingen beteiligen, die nach den Abkommen und Vereinbarungen der Bundesregierung mit den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union in Deutschland aufgenommen werden".

Entscheidung über Aufnahme liegt bei Bundesbehörden

Auf Anfrage von buten un binnen teilte die Senatspressestelle mit: "Bremen ist aktiv, Bremen hält Wort, hat bereits Kontakt mit dem Land Berlin aufgenommen und darum gebeten, gegenüber dem Bund die Bereitschaft der drei Stadtstaaten zu signalisieren, von der Sea Watch gerettete Flüchtlinge aufzunehmen. Alles Weitere liegt in den Händen der Bundesbehörden (das sind das Bundesinnenministerium und das Auswärtige Amt) und entzieht sich unserem Einfluss. Mit dem Signal der Stadtstaaten hat der Bund jetzt die Möglichkeit, gegenüber den Ankunftsländern die Aufnahmebereitschaft  zu signalisieren und den Prozess zur Aufnahme einzuleiten." 

Sollte positiv über eine Aufnahme entschieden werden, würde Bremen einen Anteil der Flüchtlinge aufnehmen, der seiner Größe entspricht. "Von den 32 bis 35 Personen wären das also fünf oder sechs. Dieses Vorgehen ist zwischen dem Rathaus und der Sozialsenatorin abgestimmt."

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 3. Januar 2019, 23:30 Uhr