Erlaubnis für Prostitution: Hilfsverein Nitribitt erleichtert

  • Nitribitt e. V. begrüßt Arbeitserlaubnis für Prostituierte
  • Etwa 700 Sexarbeiterinnen in Bremen von Arbeitsverbot betroffen
  • Ab dem 15. September ist Prostitution in Bremen wieder erlaubt
Eine Prostituierte sitzt mit Mundschutz in einem Zimmer eines Laufhauses.
Ab dem 15. September dürfen Prostituierte in Bremen wieder ihrem Gewerbe nachgehen. (Symbolbild) Bild: DPA | Arne Dedert

Das Coronavirus hat den Betrieb auch in den Bremer Bordellen über Monate lahm gelegt, etwa 700 Prostituierte waren in der Hansestadt davon betroffen. Sie hatten seit langem darauf gedrängt, wieder arbeiten zu dürfen und Ende August ein entsprechendes Hygiene-Konzept vorgelegt. Seit Mittwoch ist klar: Ab dem 15. September ist Prostitution in Bremen wieder erlaubt – unter Auflagen. Dennoch herrscht Erleichterung in der Branche.

Die Bremer Beratungsstelle für Prostituierte Nitribitt e. V. begrüßt die Entscheidung des Senats. Man sei froh, dass die Sexarbeiterinnen nun offiziell wieder ihrer Arbeit nachgehen dürfen.

Sexualität ist ein menschliches Bedürfnis und gehört zum Leben dazu.

Bea Augustin von der Beratungsstelle Nitribitt e. V.

Der Mund-Nasen-Schutz begleite alle seit sechs Monaten im täglichen Leben, sagt Nitribitt-Mitarbeiterin Bea Augustin. "Es sollte also auch bei der Sexarbeit kein Problem sein, das kommt einem im ersten Moment vielleicht komisch vor, ist aber sicherlich machbar. Die Prostituierten kümmern sich um die Bedürfnisse der Freier und können nun endlich wieder ihren Lebensunterhalt damit selbst finanzieren".

Augustin ist überzeugt, dass es keine Probleme bei der Umsetzung der Vorgaben geben wird. "Hygienekonzept, Kontaktlisten und so weiter, auch das sind für uns alle mittlerweile Dinge des täglichen Lebens geworden, die wir unter anderem von Restaurant- oder Frisörbesuchen kennen, die Frauen sind eben genauso vorbereitet und zur Umsetzung bereit."

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 8. September 2020, 19:30 Uhr