Bremer Mercedes-Werk fährt Produktion herunter – wegen Lieferengpässen

  • Daimler will Produktion ab Anfang Februar fast komplett herunterfahren
  • Grund sind Lieferschwierigkeiten bei Elektronik-Chips
  • Maßnahme soll zunächst eine Woche andauern
Video vom 15. Januar 2021
Das graue Gebäude des Mercedes-Werk in Bremen. Auf dem Dach der silbernen Mercedes-Stern.
Bild: Radio Bremen

Der Daimler-Konzern plant, die Produktion im Bremer Mercedes-Werk in der ersten Februarwoche fast vollständig herunterzufahren und die meisten der mehr als 12.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken. Das hat der Konzern buten un binnen bestätigt. Grund für die Maßnahme ist demnach ein Engpass bei Elektronik-Chips, der schon seit Ende des vergangenen Jahres für Probleme bei Herstellern und Zulieferern sorgt. "Aufgrund des anhaltenden Lieferengpasses bei bestimmten Halbleiterkomponenten passen wir die Fahrweise zunächst an", erklärte eine Unternehmenssprecherin.

Von den Lieferschwierigkeiten sind Autobauer weltweit betroffen. VW lässt in Emden kurzarbeiten, Audi in seinen Werken in Süddeutschland. Auch der große Zulieferer Hella bremst seine Produktion. Daimler plant, die Produktion auch in seinen Werken in Rastatt und im ungarischen Kecskemét zu drosseln. Die Maßnahme soll zunächst auf eine Woche beschränkt bleiben. "Wir beobachten und evaluieren die Situation kontinuierlich in enger Abstimmung mit unseren Lieferanten", sagte die Sprecherin.

Der Mangel an Chips geht auf den Beginn der Corona-Krise zurück. Im Frühjahr 2020 hatten viele Chipfirmen ihre Produktion umgestellt – und Chips vor allem für Unterhaltungselektronik hergestellt. Deutlich weniger wurden für die Autoindustrie gefertigt. Der Autoverkauf war damals eingebrochen, die Autohersteller bestellten entsprechend weniger Chips. Genau diese Chips fehlen heute.

Autoren

  • Sebastian Manz Redakteur und Autor
  • Christian Schwalb

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 15. Januar 2021, 19:30 Uhr