Nach Unfall in Bremerhaven: Wie befreie ich mich aus sinkendem Auto?

Feuerwehrleute retten ein Autowrack aus einem Hafenbecken.

Schwerer Unfall in Bremerhaven: Lkw droht ins Hafenbecken zu stürzen

Bild: Imago | Jochen Tack

Ein Lkw drohte ins Hafenbecken zu stürzen. Die Feuerwehr konnte den Fahrer noch rechtzeitig retten. Aber wie verhalte ich mich in solch einer Situation richtig?

Die Feuerwehr Bremerhaven hat am Donnerstagmorgen einen Lkw-Fahrer aus einer lebensgefährlichen Situation befreit: Er war mit seinem Lastwagen über die Kaimauer des Hafenbeckens im Bremerhavener Fischereihafen gefahren. Sein Wagen drohte ins Wasser zu stürzen. Die Feuerwehr rettete ihn schließlich über eine Drehleiter.

In diesem Fall hatte der Fahrer Glück, sein Lkw blieb über der Wasserkante hängen. Aber wie verhält man sich in solch einer brenzligen Situation richtig?

Unfälle dieser Art sind laut Feuerwehr Bremerhaven und Automobilclub ADAC äußerst selten. Beide sind sich einig, dass die Insassen das Fahrzeug sofort verlassen sollten. Konkrete Verhaltensregeln dazu gibt die Deutsche-Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG). Sie rät jedem dazu, sich einmal gedanklich mit so einem Unfall auseinandersetzen. Denn kommt es zum Äußersten, bleibt nicht viel Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen. Das sind die Tipps der DLRG:

So schnell wie möglich raus

Stürzt ein Auto ins Wasser, taucht es zunächst unter und tritt unmittelbar danach wieder an die Wasseroberfläche. Fahrer und Beifahrer sollten das Fahrzeug so schnell wie möglich über die Türen verlassen – und das am besten gleichzeitig, damit sich das Fahrzeug nicht neigt. Lassen sich die Türen nicht mehr öffnen, sollten sie die Fenster oder das Schiebedach nutzen – und zwar mit dem Kopf voran.

Achtung: Sitzen Mitfahrer auf der Rückbank, sollten die Insassen das Fahrzeug nur über die Fenster verlassen. Denn öffnen Fahrer und Beifahrer die Türen vorne, läuft das Wasser so schnell hinein, dass Personen auf den Rücksitzen kaum mehr eine Überlebenschance bleibt.

Fahrer sollte anderen Insassen helfen

Die gefährlichste Situation ergibt sich laut DLRG bei zweitürigen Autos mit Frontmotor, bei denen sich die hinteren Seitenfenster nicht öffnen lassen. Solche Fahrzeuge kippen in der Regel nach vorne. Die Insassen sollten nicht nach hinten flüchten, wo sich die Luftblase bildet, da sie sonst in der Falle sitzen. Die DLRG rät, auf den Vordersitzen zu bleiben, bis es ihnen gelingt, entweder eine Tür zu öffnen oder durch ein Fenster zu entkommen.

Solange der Fahrer dazu in der Lage ist, sollte er vor allem den hinten sitzenden Personen durch Ziehen und Schieben helfen, so rasch wie möglich durch die Fenster oder das Schiebedach auszusteigen. Dabei kann es hilfreich sein, die Rückenlehnen umzulegen.

Vorbereitet sein für den Notfall

Gelingt es den Insassen nicht, das Fahrzeug zu verlassen, so lange es noch an der Oberfläche ist, bleibt nur noch eine kleine Hoffnung, dass es nach kurzer Zeit festen Grund erreicht. Sind die Insassen dann noch bei Bewusstsein, können sie laut DLRG die Tür am Grund öffnen und so schnell wie möglich an die Oberfläche schwimmen.

ADAC-Sprecher Nils Linge hat außerdem noch den Tipp, für den Ernstfall einen Nothammer griffbereit im Auto zu platzieren, um die Scheiben zu zerschlagen. Außerdem gibt es Nothammer mit Gurtmesser, mit dem man sich befreien kann, wenn der Gurt klemmt.

Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 27. Oktober 2022, 12 Uhr