Interview

Pinguins-Manager Prey: "Die Mannschaft hat mich Lügen gestraft"

Die Bremerhavener liegen nach dem 1:0-Erfolg gegen München weiterhin auf dem ersten Tabellenplatz. Manager Alfred Prey freut sich vor allem für Siegtorschütze Nino Kinder.

Die Fischtown Pinguins sind das Überraschungsteam in dieser DEL-Saison. Am Dienstagabend schlugen die Bremerhavener auch den EHC München mit 1:0. Im Interview mit dem Sportblitz spricht Manager Alfred Prey über den derzeitigen Lauf und die Zukunft der Bremerhavener.

Herr Prey, wie haben Sie den Siegtreffer von Nino Kinder gegen München von der Tribüne aus erlebt?
Es war ein grandioses Tor. Ich will nicht übertreiben, aber ich sage fast, das war ein Jahrhunderttor. So ein Tor sieht man nicht oft. Ich habe mich besonders für Nino gefreut, der in jedem Spiel alles gibt. Er ist seit zwei Jahren bei uns und hat von Saison zu Saison Schritte nach vorne gemacht. Das war ein super Tor und hat die ganze Halle in Euphorie versetzt. Für Nino war es die Belohnung für die gute und harte Arbeit, die er in letzter Zeit bei uns geleistet hat.
Vor dem Spiel waren Sie pessimistisch und haben eher mit einer Niederlage gerechnet. Wieso?
Wir müssen realistisch bleiben: München ist eine Top-Mannschaft, gespickt mit Nationalspielern. Da muss alles passen. Wir haben in den letzten Wochen und Tagen wirklich schwere Spiele gehabt. Ich möchte nur an die Spiele gegen Köln und Wolfsburg erinnern. Das hat viel Kraft und Substanz gekostet. Da habe ich schon ein bisschen die Befürchtung gehabt, dass wir am Dienstag nicht an die Erfolge anknüpfen können. Aber die Mannschaft hat mich Lügen gestraft, Gott sei Dank.

Die 4.000 Zuschauer haben ein faszinierendes Eishockey-Spiel gesehen, das sie mit Sicherheit so schnell nicht vergessen werden. Das war beste Werbung für unseren Sport und die Fischtown Pinguins.
Der Etat in München soll fünf- bis sechsmal so hoch liegen wie der in Bremerhaven. Trotzdem stehen Sie an der Tabellenspitze. Warum ist das so?
Ein Punkt ist, dass wir eine Mannschaft haben, die charakterlich wirklich sehr stark ist. Wir haben immer ein gutes taktisches System, mit dem wir in die Spiele gehen. Zudem sind wir eine sehr ausgeglichene Mannschaft, die sehr schwer auszurechnen ist. Wir haben 48 Tore erzielt, die von 17 verschiedenen Feldspielern stammen. Das macht uns zum Teil unberechenbar. Und natürlich haben wir im Moment auch das Quäntchen Glück, das man braucht. Aber das haben wir uns auch redlich verdient.
Die Pinguins spielen seit sieben Jahren in der DEL und haben sich stetig verbessert. Wie bekommen Sie das hin?
Unser Prinzip ist es, wenig in der Mannschaft zu ändern und auf Kontinuität zu setzen, um die Nachhaltigkeit zu erzielen, die wir jetzt auch haben. Das zahlt sich aus. Wir haben uns immer punktuell verstärkt. In diesem Jahr in der Defensive mit Philip Samuelsson und Nichloas Jensen. Moritz Wirth wollen wir hier nicht vergessen. Das hat uns nochmal stärker gemacht. Ich glaube, wir können ganz optimistisch in die Zukunft gucken.

(Das Interview führte Yannick Lowin. Aufgezeichnet wurde es von Karsten Lübben.)

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 26. Oktober 2022, 18:06 Uhr