Niedersachsen will neue Erdgas-Pipeline in Rekordtempo bauen

Ein Bauarbeiter arbeitet an der Absenkung einer Gaspipeline

Bauarbeiten für neue Erdgas-Pipeline in Niedersachsen laufen an

Bild: DPA | Arvid Müller
  • Pipeline verläuft zwischen LNG-Terminal in Wilhelmshaven und Etzel
  • Bauarbeiten sollen bis Ende des Jahres beendet sein
  • Normalerweise dauert Fertigstellung bis zu acht Jahre

Um importiertes Flüssigerdgas von einem neuen Terminal in Wilhelmshaven weiter zu transportieren, laufen im Landkreis Wittmund nun die Bauarbeiten für eine neue Pipeline an. Niedersachsens Energieminister Olaf Lies (SPD) und Thomas Hüwener, Geschäftsführer des Gasnetzbetreibers Open Grid Europe, wollen am Donnerstagmorgen in Friedeburg das Startsignal für die vorbereitenden Arbeiten für die Leitung geben.

Die 26 Kilometer lange unterirdische Pipeline soll das im Bau befindliche LNG-Importterminal in Wilhelmshaven mit dem nächsten Anschluss an das Gas-Fernleitungsnetz im ostfriesischen Etzel bis Ende dieses Jahres verbinden. Die Pipeline ist notwendig, damit das in Wilhelmshaven angelieferte Flüssigerdgas nach seiner Umwandlung in gasförmigen Zustand ins deutsche Gasnetz eingespeist werden kann. Mit dann 7,5 Milliarden Kubikmetern im Jahr sollen rund 8,5 Prozent des deutschen Gasverbrauchs gedeckt werden.

Pipeline besteht aus 1.500 Einzelstücken

Normalerweise dauert es zwischen sechs und acht Jahren bis zur Fertigstellung solch eines Projekts. Bagger heben dafür an mehreren Stellen gleichzeitig Gräben für die 18 Meter langen Stahlrohre aus. Insgesamt besteht die Pipeline aus 1.500 Einzelstücken, die unter Äckern, aber auch unter einer Bundesstraße verlaufen.

Gegen die Pipeline gibt es im laufenden Planfeststellungsverfahren 14 Einwände. Vor allem Umweltschutzverbände befürchten, dass Tiere durch die Bauarbeiten gestört werden. Über die Einwände will das Landesamt für Bergbau bis Ende August entscheiden.

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Bild: DPA | Sina Schuldt

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 4. August 2022, 6 Uhr