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Drohen Bremer Mietern künftig feste Warmwasser-Zeiten?

Eine Duscharmatur
Bild: DPA | DesignIt

In Sachsen wollte eine Wohnungsgenossenschaft feste Warmwasser-Zeiten einführen. Das rief selbst die Bundesbauministerin auf den Plan. Könnten solche Regelungen trotzdem kommen?

Die Aktion einer Wohnungsgenossenschaft im sächsischen Städtchen Dippoldiswalde hat jetzt sogar Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) auf den Plan gerufen. Das Unternehmen dürfe seinen Mietern nicht das warme Wasser abdrehen, um Energie zu sparen, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Denn genau das hatte die Wohnungsgenossenschaft Dippoldiswalde zuvor entschieden: Warmes Wasser soll es nur noch zu den Hauptzeiten morgens, mittags und abends geben. Als Begründung wurden die gestiegenen Energiepreise herbeigezogen.

Warmwasserzeiten einschränken: Ist das erlaubt?
Nein – dass Vermieter das warme Wasser zeitweise abstellen, ist rechtswidrig. Zumindest sagt das Bundesbauministerin Geywitz. Und das ist auch die Aussage mehrerer Mieterschutzvereine, darunter der Mieterschutzbund Bremen: "Zumindest ist das die aktuelle Rechtslage", erklärt man dort.

Einfach das Warmwasser zeitweise abzustellen, ist rechtswidrig.

Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD)
Heißt das etwa, dass sich die Rechtslage künftig ändern könnte?
Ja. Denn wenn es tatsächlich kein oder kaum Gas mehr gibt, dann wird es rationiert werden müssen. Das hat auch Hamburgs Bausenator Jens Kerstan (Grüne) gesagt. "In einer akuten Gasmangellage könnte warmes Wasser nur zu bestimmten Tageszeiten zur Verfügung gestellt werden", sagte er der "Welt am Sonntag".
War dann die Wohnungsgenossenschaft Dippoldiswalde einfach schon der Zeit voraus?
Das sieht zumindest ein bisschen danach aus. Denn begründet haben das die Verantwortlichen auch ziemlich klar: Jetzt sparen für den Winter. Und: keine Mieterin, kein Mieter soll in Ohnmacht fallen, wenn die nächste Nebenkostenabrechnung kommt.
Welche Auswirkungen könnten Mieter der beiden großen Bremer Wohnungsbaugesellschaften Gewoba und Brebau zu spüren kommen?
Die Bremer Gewoba zieht konkrete Gas-Einschränkungen nicht in Betracht, sagte Pressesprecherin Christine Dose. Allerdings sei man momentan dabei zu prüfen, wie man in den Wohnungen der Gewoba im Notfall eine "Wohlfühtemperatur" gewährleisten und eine Überheizung ausschließen könne. Der Brebau-Geschäftsführer Bernd Botzenhardt erklärte, dass man bis zum Jahr 2023 keine Gas-Probleme habe. Die Brebau habe langfristige Verträge abgeschlossen, so Botzenhardt. Das gibt der Brebau demnach eine gewisse Preisstabilität.
Aber bringt das denn überhaupt was, die Warmwasserzeiten zu beschränken?
Fachleuten zufolge kann heißes Wasser nur zu bestimmten Uhrzeiten Gas sparen. Allerdings kommt es immer auf das Heizungs- beziehungsweise Warmwassersystem und die Regelung dahinter an. Es kann auch Systeme geben, bei denen das Aufheizen mehr Energie verbraucht als das Warmhalten. Was auf jeden Fall sinnvoll ist: Die Heizung bis September komplett auszuschalten und sich, wenn es mal kühl ist, lieber wärmer anzuziehen. 

Steigende Nebenkosten werden für Bremerinnen und Bremer zur Belastung

Bild: Radio Bremen

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  • Mario Neumann Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 6. Juli 2022, 15:15 Uhr