Zweite Stufe im Gas-Notfallplan: Bremen rüstet sich für den Ernstfall

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) steht auf einem Podium.
Bild: DPA | Michael Kappeler
  • Bremen trifft Vorkehrungen für Gas-Mangel
  • Bremer Stahlwerk senkt Gasverbrauch
  • Bürgermeister Bovenschulte will sich äußern

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat die zweite Krisenstufe im Notfallplan Gas, die sogenannte Alarmstufe, ausgerufen. Grund dafür seien die seit Mitte Juni bestehende Kürzung der russischen Gaslieferungen sowie die hohen Preise am Gasmarkt, sagte Habeck.

Die Lage sei derzeit "angespannt", die Versorgungssicherheit aber gewährleistet. "Wir haben in Deutschland eine Störung der Gasversorgung", sagte der Minister. Daher sei es erforderlich, die zweite von drei Stufen im Notfallplan auszurufen. Die dritte wäre die Notfallstufe, dann erst darf der Staat in den Markt eingreifen.

Gas ist von nun an ein knappes Gut.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne)

"Alle Verbraucherinnen und Verbraucher – sowohl in der Industrie, in öffentlichen Einrichtungen wie in den Privathaushalten – sollten den Gasverbrauch möglichst weiter reduzieren, damit wir über den Winter kommen", sagte Habeck.

Senatorin Schaefer sitzt im Krisenstab der Bundesregierung

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD), Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) und die für Energiefragen zuständige Senatorin Maike Schaefer (Grüne) werden sich am Mittag zur neuen Lage äußern.

Seit Beginn des Kriegs haben wir bereits die Abhängigkeit von Energieträgern wie Kohle reduziert und den Gasverbrauch auf ein Minimum gesenkt ohne Produktionseinschränkungen zu haben. Aktuell prüfen wir alle Möglichkeiten, um Vorprodukte extern einzukaufen und damit den Gasverbrauch in der Produktion weiter zu reduzieren

Michael Hehemann, Arbeitsdirektor im Bremer Stahlwerk von Arcelor Mittal

Erste Vorkehrungen für den Ernstfall hat Bremen bereits ergriffen, als die Bundesregierung die Frühwarnstufe ausrief. Die Behörde von Senatorin Maike Schaefer ist in dem von Wirtschaftsminister Habeck einberufenen Krisenstab vertreten. Seither hat sich das Bremer Stahlwerk zum Beispiel darauf eingestellt, seine Produktion drosseln zu müssen.

Doch kein Kohleausstieg für Bremen?

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag, 23. Juni 2022, 12 Uhr