SWB rechnet mit stark steigenden Gas-Preisen in den kommenden Monaten

Das SWB-Kohlekraftwerk in Bremen-Hastedt.

SWB reagiert mit weiteren Preiserhöhungen auf die Gas-Krise

Bild: DPA | Torsten Krüger
  • SWB wird Gaspreise im Winter voraussichtlich erneut erhöhen müssen
  • Auf Umrüstung des Kohlekraftwerks in Hastedt wird verzichtet
  • Energieversorger will Gas sparen

Der Bremer Energieversorger SWB will die Gaspreise voraussichtlich zum Jahreswechsel noch einmal erhöhen. Damit reagiere man auf steigende Einkaufspreise, kündigte SWB-Vorstand Torsten Köhne bei einer Pressekonferenz an.

Bereits ab 1. Juli müssen die Kunden 20 Prozent mehr für das Erdgas bezahlen. Diesen Schritt kündigte die SWB schon vor einigen Wochen an. Angesichts der aktuellen Entwicklung könnten im Winter die Preise noch mal um mindestens 20 Prozent steigen, so der Energieversorger. Das Kohlekraftwerk in Bremen-Hastedt soll zudem vorerst weiterhin in Betrieb bleiben.

Bei einer Pressekonferenz äußerte sich auch Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) zur Versorgungslage in Bremen. Zwar stehe aktuell genug Gas zur Verfügung, für die Zukunft könne allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass es zu einer Beeinträchtigung der Versorgungssicherheit kommt.

Wir wissen als Senat genau, dass wir nicht alle negativen Auswirkungen abfedern können. Aber wir sind natürlich fest entschlossen, niemanden allein stehen zu lassen und da zu helfen, wo wir helfen können.

Andreas Bovenschulte (SPD), Bürgermeister

Man müsse jetzt zusammenstehen, solidarisch sein und nüchtern, aber mit Entschlossenheit auf die Situation reagieren, so Bovenschulte.

Umweltsenatorin Maike Schaefer (Grüne) ergänzte: "Die oberste Priorität ist jetzt, bis zum Herbst die Gasspeicher vollzubekommen." Aktuell liege der Stand bei 60 Prozent, bis Herbst müssten aber 90 erreicht sein, um die Versorgung in den Heiz-Monaten von Oktober bis mindestens März zu sichern. "Alles was wir, jeder einzelne, im Moment an Energie einsparen können sorgt dafür, dass die Speicher voll werden können", appellierte Schaefer.

Jetzt gilt es solidarisch zu sein, jeder muss seinen Beitrag leisten.

Maike Schaefer (Grüne), Umweltsenatorin

Schaefer verwies insbesondere auf einkommensschwache Haushalte, für die steigende Energiekosten ein ungleich größeres Problem sein.

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Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 23. Juni 2022, 14 Uhr