Kommentar

Neue Regeln zur Maskenpflicht? "Lasst es!"

An einem Eingang hängt ein Schild zur Maskenpflicht.

Maskenpflicht – ich mag nicht mehr!

Bild: DPA | Frank Rumpenhorst

Der Bremer Senat sagt, die Länder sollen sich bei der Maskenpflicht einig werden. Unser Reporter René Möller hält das für einen schlechten Scherz. Eine Maske trägt er ohnehin.

Der Bremer Senat setzt auf eine Einigung der Bundesländer beim Thema Maskenpflicht. Dass ich nicht lache! Nun wird wieder verhandelt, argumentiert und blockiert. Die Akteure in ihren jeweiligen Rollen kennen wir seit Beginn der Pandemie: Bayern ist dagegen, NRW zögert und Bremen wartet ab, was Niedersachsen macht. Und wie lange dieses "sich einigen" dann dauert, haben wir alle schon so oft erlebt. Ich mag nicht mehr.

Ich brauche diese Maskenpflicht auch nicht. Denn ich trage immer da eine Maske, wo ich mit vielen Leuten zusammen komme, die ich nicht kenne. Um mich und andere vor Corona zu schützen. Ob es nun an dem Ort vorgeschrieben ist oder nicht. Ich mache das einfach. Und wenn ich in der Straßenbahn, dem Zug oder sonst wo jemanden sehe, der seine Maske nicht korrekt oder gar nicht trägt, ist mir das inzwischen wurscht.

"Um eine Maske zu tragen, brauche ich keine Gesetze"

Wer in knapp drei Jahren Pandemie den Nutzen einer Maske nicht verstanden hat oder ihn ignoriert, dem muss ich nicht helfen. Es ist mir inzwischen wirklich komplett egal, ob meine Mitmenschen eine Maske tragen oder eben nicht. Ich trage sie. Dafür brauche ich keine Gesetze, Verordnungen und schon gar keine stundenlangen Ministerpräsidentenkonferenzen.

Für mich ist das Tragen einer Maske inzwischen vergleichbar mit "Guten Tag" sagen, wenn man einen Raum mit Menschen betritt, sich die Hand vor den Mund halten, wenn man gähnt oder nur zu popeln, wenn man unbeobachtet ist. Die einen achten auf solche Gepflogenheiten, die anderen eben nicht.

"Es nützt nichts, wenn man das Masketragen den Menschen aufdrückt"

Ja, es gibt einen wichtigen Unterschied: gähnen, popeln und nicht grüßen haben keine Auswirkungen auf unser Gesundheitssystem. Die Maske nicht zu tragen führt jedoch dazu, dass sich mehr Menschen anstecken. Mit Corona, Grippe und anderen Infekten. Dann werden viele krank, fallen auf der Arbeit aus und die anderen müssen das dann ausbaden.

Es nützt aber nichts, wenn man das Masketragen per Verordnung den Menschen aufdrückt, die das alles nicht kümmert oder die es nicht verstehen. Sie fühlen sich gegängelt und tragen die Maske dann aus Trotz nicht. Es sind nun mal nicht alle gleich. Und sonst macht das unsere Gesellschaft ja auch aus, dass wir alle verschieden sind.

"Mir tun die Menschen leid, die die Regeln ausbaden müssen"

Außerdem werden die geltenden Regeln in Bussen und Bahnen doch eh selten kontrolliert, geschweige denn sanktioniert. Und mir tun die Menschen in den Supermärkten, Behörden und Kultureinrichtungen auch leid, die sich dann mit den Menschen anlegen sollen, die sich nicht an die Regeln halten wollen.

Deshalb kann man es auch gleich lassen, nach drei Jahren Pandemie jetzt wieder neue Regeln aufzuschreiben, wer wann wo eine Maske aufsetzen soll und wer wann wo nicht.

Stattdessen wäre es wünschenswert, wenn sich gesellschaftlich weiter verfestigt, dass man Rücksicht auf seine Mitmenschen nimmt. Wenn man es denn kann und will. Per Gesetz kann man das nicht vorschreiben. Sehen wir ja.

Bremer Senat will vorerst keine Maskenpflicht in Innenräumen

Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema:

Autor

  • René Möller

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 19. Oktober 2022, 8:20 Uhr