So gehen Bremer Saunen und Schwimmbäder mit der Energiekrise um

Blick in das Westbad in Bremen.

Ab heute bleibt das Wasser kalt: Wie Bremen Energie sparen will

Bild: Bremer Bäder GmbH

Wer schwimmen und saunieren geht, will es eigentlich warm haben – doch Heizen ist gerade teuer. Betreiber von Bädern und Saunen müssen sich daher anpassen.

Wegen der steigenden Energiekosten dürften im Herbst und im Winter einige Wohnungen in Bremen und umzu kälter bleiben als gewohnt. Doch nicht nur in Privathaushalten ist zu spüren, wie sich die gestiegenen Energiekosten auswirken: Auch Schwimmbäder und Saunen, wo es im Winter im Normalfall warm ist, müssen reagieren. Zwar sind sie unterschiedlich betroffen: je nachdem, ob sie mit Gas, Öl oder – wie im Falle zahlreicher Bremer Bäder – mit Fernwärme heizen. Maßnahmen zum Energiesparen sind aber fast überall notwendig. Ein Überblick, was sich in Bremen, Bremerhaven und umzu ändert – und was nicht.

1 Wassertemperatur

Egal wo man baden gehen will – etwas kälter als gewohnt dürfte es fast überall sein. In den Schwimmbädern der Bremer Bäder etwa wurden die Temperaturen jeweils um zwei Grad abgesenkt. Im Sportbecken schwimmt man nun bei 28 Grad, in den Kursbecken bei 30 Grad und in den Sole- und Planschbecken bei 32 Grad. Genauso machen es die viele andere Bäder im Bremer Umland – auf ein bis zwei Grad kälter müssen sich die Besucher beim Planschen und Bahnen-Ziehen einstellen. Die Bremerhavener Bädergesellschaft hatte schon im Mai angekündigt, die Wassertemperaturen abzusenken. "Wir rechnen mit Energieeinsparungen in Höhe von sieben bis zehn Prozent", sagte Geschäftsführer Robert Haase damals.

2 Saunabereiche

Die meisten Saunen in der Region sind weiterhin geöffnet – trotzdem lohnt es, sich vor dem Besuch einmal über den aktuellen Stand zu informieren. Denn: Einschränkungen gibt es schon, und es könnte noch mehr geben. Der Saunabetrieb der Bremer Bäder ist beispielsweise noch nicht angelaufen. "Normalerweise geht das los, wenn die Freibad-Saison endet", erklärt Susanne Klose, Sprecherin der Bremer Bäder. Diesmal sei das aus Energiespargründen anders. Die Zeit werde aber auch für Sanierungen genutzt. Wann die Saunen geöffnet werden, stehe noch nicht fest. Trotzdem sind die Bremer Bäder in dieser Hinsicht eine Ausnahme: Die meisten Saunen in der Region haben geöffnet, wenn auch einige zunächst unter Vorbehalt.

3 Freizeitbecken

Anders sieht es beim Freizeit-Angebot einiger Schwimmbäder in der Region aus: Dieses ist nicht mehr so breit wie gewohnt. Ein Beispiel dafür: die Moor-Therme in Bad Bederkesa. Dort werden nach dem langen Wochenende Anfang Oktober das Sole- und das Erlebnisaußenbecken geschlossen, ab November ist dann auch die Reifenrutsche nicht mehr verfügbar. Auch die Grafttherme in Delmenhorst schränkt den Freizeitbereich ein, wenn auch nicht komplett: Zwischen Anfang Oktober und Ende März ist der Freizeitbereich nur an Wochenenden, Feiertagen und in den Schulferien geöffnet.

4 Schwimmkurse

Von den Einschränkungen im Freizeit-Bereich sind Kinder wohl am härtesten betroffen – in Sachen Schwimmkurse sollen sie aber nicht die Leidtragenden werden. "Das Angebot für Schwimm-Kurse und Schulen aufrecht zu erhalten, hat für uns Priorität", sagt Klose von den Bremer Bädern. Dementsprechend gibt es hier keine Einschränkungen, die mit Energiesparmaßnahmen zusammenhängen.

5 Eintrittspreise

Nicht alle Betreiber kommen noch ohne Preiserhöhungen aus: So zum Beispiel die Lilienthaler Landsauna. "Wir haben einen Energie-Soli von drei Euro erhoben, der bei jedem Besuch zusätzlich gezahlt werden muss", erklärt Christian Müller-Schierloh, Inhaber und Geschäftsführer.

Die aktuelle Situation ist eine Herausforderung. Ohne die Preiserhöhung geht es nicht.

Christian Müller-Scherloh, Inhaber und Geschäftsführer der Lilienthaler Landsauna

Auch andere Betreiber haben die Eintrittspreise etwas angehoben und dies mit gestiegenen Energiekosten begründet: so etwa die Bremerhavener Bädergesellschaft und die Grafttherme in Delmenhorst. In den Bremer Bädern hat sich hingegen nichts geändert – Stand jetzt sei das auch nicht geplant.

6 Duschen

Schlechte Nachrichten gibt’s für Warmduscher: Auch beim Thema Duschen sehen viele Betreiber Spar-Potential. Deswegen werden in fast allen Bädern und Saunen die jeweiligen Duschintervalle verkürzt und die Wassrtemperatur auch hier etwas angepasst.

7 Maßnahmen außerhalb des Kerngeschäfts

Auch durch viele scheinbar kleine Schritte versuchen Betreiber, Energie einzusparen. Viele Schwimmbäder specken in der Beleuchtung ab, die Raumtemperatur wird vielerorts gesenkt, Händewaschen und Spülen ist nur noch bei niedrigen Temperaturen möglich.

Verbraucherzentrale zur Energiekrise: "Es geht bis zur Existenzangst"

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 1. September 2022, 7 Uhr