Grabungen an Bremer Reitbrake beendet: Streit geht weiter

Bild: DPA | Friedemann Kohler
  • Landesarchäologie legt Abschlussbericht zum "Russenfriedhof" vor.
  • 66 vollständige Skelette, unzählige Knochenteile und Gegenstände entdeckt.
  • Herkunftsstaaten sollen über sterbliche Überreste mitentscheiden.

Die Grabungsarbeiten auf dem sogenannten "Russenfriedhof" auf der Reitbrake in Bremen-Oslebshausen sind abgeschlossen. Einen entsprechenden Bericht hat die Bremer Landesarchäologin Uta Halle der Kulturdeputation vorgelegt.

Insgesamt haben die Forscherinnen und Forscher 66 vollständige Skelette sowie unzählige Knochenteile und persönliche Gegenstände entdeckt. Bei den Toten handelt es sich um sowjetische Kriegsgefangene aus dem heutigen Russland und der Ukraine, die im Zweiten Weltkrieg in Bremen ums Leben kamen. Dass die archäologischen Arbeiten nun beendet sind, kritisieren die Bürgerinitiative Oslebshausen und das Friedensforum: Aus ihrer Sicht könnten mehrere Hundert Tote außerhalb des Grabungsgebietes beerdigt sein. Die Landesarchäologin schließt das aber aus.

Was mit den geborgenen sterblichen Überresten passiert und wie der Toten gedacht wird, will Bürgermeister und Kultursenator Andreas Bovenschulte (SPD) zusammen mit den Herkunftsstaaten entscheiden. Die Forderung der Linksfraktion, eine internationale Expertenkommission mit dieser Frage zu betrauen, wies er zurück. Ob die Reitbrake wie beabsichtigt mit einer Bahnwerkstatt bebaut wird, ist weiterhin unklar.

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Autorin

  • Lisa-Maria Röhling

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 22. November 2022, 19:30 Uhr