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Überraschungsfrage zur Wahl: Sieling in Umfrage vor Meyer-Heder

Für die SPD ist das Ergebnis des Direkt-Vergleichs trotzdem kein Grund zu Freude: Sielings Beliebtheit ist historisch schlecht. Meyer-Heder kann hingegen punkten.

Spitzenkandidaten sitzen an einem Tisch
Wer zieht am 26. Mai in das Bremer Rathaus ein? Carsten Sieling (SPD) oder Carsten Meyer-Heder (CDU, rechts).

"Wenn man den Bürgermeister in Bremen direkt wählen könnte, für wen würden Sie sich entscheiden? Für Carsten Sieling oder für Carsten Meyer-Heder?" Diese Frage stellte das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap im Auftrag von Radio Bremen 1.000 Bremerinnen und Bremern. Auch hier gibt es, ebenso wie bei der Sonntagsfrage, ein Kopf-an-Kopf-Rennen – wenn auch ein nicht ganz so knappes. 39 Prozent der Befragten gaben an, den amtierenden Bürgermeister und SPD-Spitzenkandidaten Carsten Sieling wählen zu wollen. Für Seiteneinsteiger Carsten Meyer-Heder (CDU) entschieden sich 31 Prozent. Beide können also keine Mehrheit hinter sich vereinen.

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Sorgen sollte sich Sieling aber vor allem wegen einer anderen Sache: Seine 39 Prozent sind im Vergleich zu den SPD-Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahlen der vergangenen 20 Jahre ein historisch schlechter Wert. Sieling ist deutlich unbeliebter als seine Vorgänger Jens Böhrnsen und Henning Scherf. Selbst Böhrnsen, der bei der Bürgerschaftswahl 2015 das bis dahin schlechteste Ergebnis der SPD-Geschichte holte, kam damals noch auf einen persönlichen Zustimmungswert von 59 Prozent.

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Bei Meyer-Heder ist es genau umgekehrt: Er hat die 16 Prozent von Elisabeth Motschmann von 2015 fast verdoppelt. Und selbst der in dieser Riege zweitplatzierte CDU-Kandidat, Hartmut Perschau (1999), bleibt mit 24 Prozent deutlich hinter Meyer-Heder.

Meyer-Heder ist außerhalb des bürgerlichen Lagers unbeliebt

Beim Blick auf die Präferenzen der jeweiligen Partei-Anhänger fällt hingegen ein strategisches Defizit von Meyer-Heder auf: Während sich Sieling neben den SPD-Sympathisanten (eine Zustimmung von 86 Prozent) auch auf die Anhänger der Linken (54 Prozent) und Grünen (48 Prozent) verlassen kann, ist die Basis von Meyer-Heder deutlich kleiner.

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51 Prozent der FDP-Anhänger sind noch auf der Seite des CDU-Kandidaten, bei den restlichen Parteien sind es jeweils deutlich weniger als die Hälfte. Meyer-Heder ist es also bisher nur wenig gelungen, die Anhänger anderer Parteien für sich einzunehmen. Zu beachten ist: Das Umfrage-Ergebnis ist nur ein Stimmungsbild – in Bremen wird der Bürgermeister nicht direkt gewählt.

CDU laut Sonntagsfrage stärkste Kraft in Bremen

Zu sehen ist eine Grafik mit den Ergebnissen der Sonntagsumfrage zur Bürgerschaftswahl.

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  • Milan Jaeger

Dieses Thema im Programm: Radio Bremen Fernsehen, Wahllokal, 8. Mai 2019, 20:15 Uhr