Jacobs University macht weniger Verluste

  • Die Verluste haben sich seit 2012 kontinuierlich verringert
  • Uni ist damit aber noch nicht über den Berg
  • Dank der Zuschüsse ist das Minus nicht größer ausgefallen
Jacobs University von außen.

Über den Berg ist die Jacobs University noch nicht, aber auf dem richten Weg. Seit Beginn des Sanierungskurses 2012 haben sich die Verluste kontinuierlich verringert. Ohne Zuschüsse der Jacobs Stiftung und der Stadt Bremen hätte die Jacobs University dieses Jahr ein Minus von 14,9 Millionen Euro erzielt. 2012 – am Beginn der Sanierungsphase – lag das sogenannte strukturelle Defizit noch 32,3 Millionen. In spätestens zehn Jahren muss die Uni bei Null landen.

12 Prozent mehr Studierende

Aber das scheint nicht mehr ganz so unrealistisch. Allein im letzten Jahr hat die Universität zwölf Prozent mehr Studierende angeworben. Außerdem gibt es unter den 1.400 Studenten deutlich mehr Vollzahler. Vor fünf Jahren musste jeder zweite Student mit einem Stipendium unterstützt werden. Mittlerweile ist er nur noch jeder Dritte.

Auch bei der Forschung und Lehre konnte die Universität die Erlöse steigern: Von 24 auf fast 28 Millionen Euro. Die Privatuniversität arbeitet jetzt verstärkt mit Unternehmen zusammen. Sie forscht an Produkten, die hinterher vermarktet werden können und schult Mitarbeiter im Hinblick auf neueste Forschungsergebnisse.

Zu wenig Spender

Das ursprüngliche Finanzierungskonzept nach amerikanischem Vorbild hat in Deutschland nicht funktioniert. Eigentlich wollte die Uni von Spenden aus der freien Wirtschaft und Zinsen leben. Allerdings hat sich die deutsche Wirtschaft als wenig spendenfreudig erwiesen. Nach der Finanzkrise 2008 sind außerdem die Zinssätze eingebrochen. Die Universität musste sich anders aufstellen.

Noch liegt aber ein langer Weg vor der Universität. In den kommenden Jahren muss sie ihre Bilanz noch einmal deutlich verbessern. Zwar will die Jacobs Stiftung sich weiterhin engagieren. Allerdings für maximal zehn Jahre, mit maximal 100 Millionen Schweizer Franken. Die Bremische Bürgerschaft hat im Sommer eine Kreditübernahme für die Jacobs University in Höhe von rund 45 Millionen Euro beschlossen. Dadurch kann die Uni 18 Jahre lang 2,5 Millionen Euro an Tilgung und Zinsen sparen.

Langfristig will die Uni Gewinne erzielen. Setzt sie den eingeschlagenen Kurs fort, könnte ihr das in ein paar Jahren sogar gelingen. Die Linke kritisiert deshalb die Kreditübernahme.

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  • Hanna Möllers

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 10. August 2018, 19:30 Uhr