Bremen darf 100 Angehörige von syrischen Geflüchteten aufnehmen

  • Bundesinnenministerium hat einem entsprechenden Bremer Erlass zugestimmt
  • Syrer dürfen unter anderem auch Geschwister nach Bremen nachholen
  • Die Regelung gilt ab Montag, den 12. April
Ein Kleinkind und sein Vater im Flüchtlingslager Moria in Griechenland
Auch Geschwister können nach der neuen Regelung nach Bremen geholt werden. Bild: DPA | ANE

Ab dem kommenden Montag ist es geflohenen Syrern erlaubt, Familienangehörige nach Bremen zu holen – auch, wenn diese nicht zur Kernfamilie gehören und sie zwar für ihren Lebensunterhalt, nicht aber für ihre Gesundheitsversorgung aufkommen können. Das war vorher nicht erlaubt. Ein ensprechendes Aufnahmeprogramm hatte der Bremer Senat laut einer Mitteilung bereits im November 2020 beschlossen. Allerdings musste das Bundesinnenministerium dem Plan noch zustimmen. Das ist nun geschehen.

Das neue Aufnahmeprogramm soll ergänzend zu den bereits bestehenden Regelungen zum Familiennachzug gelten. Diese erlauben bereits den Nachzug der Kernfamilie, also der Eltern minderjähriger Kinder, beziehungsweise auch andersherum den Nachzug minderjähriger Kinder. "Es gibt darüber hinaus aber Konstellationen, in denen nach Auffassung des Senats weitere Einreisen aus humanitären Gründen gestattet werden sollten", sagt Sozialsenatorin Anja Stahmann laut der Mitteilung des Senats.

Auch Geschwister dürfen nun nach Bremen kommen

Deswegen dürften nun bis zu 100 andere Familiengehörige einreisen, also zum Beispiel Geschwister und deren Ehepartner oder Kinder. Dafür müssen die in Bremen lebenden Geflüchteten einen Antrag an das Migrationsamt Bremen oder das Bürger- und Ordnungsamt Bremerhaven stellen und unter anderem beweisen, dass sie oder ein Bürge mindestens fünf Jahre lang für die Lebenshaltungskosten ihrer Angehörigen aufkommen könnnen.

Für Leistungen, die mit der Gesundheit zu tun haben – also zum Beispiel bei Krankheit, einer Schwangerschaft oder einer Behinderung – kommt dann Bremen auf. "Eine Aufnahmeanordnung kann ihren humanitären Charakter nur entfalten, wenn diese unkalkulierbaren Kosten übernommen werden", so die Sozialsenatorin.

Nach einer Zustimmung und Überprüfung der Personen durch die Ausländerbehörde und die Auslandvertretung der Bundesrepublik im jeweiligen Aufenthaltsland kann eine Aufenthaltserlaubnis für zunächst zwei Jahre erteilt werden.

Weitere Informationen:

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Nachrichten, 7. April 2021, 13 Uhr