Die Bremer Finanzämter schieben einen "Corona-Berg" vor sich her

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Bremische Finanzämter schieben einen "Corona-Berg" vor sich her

Bild: DPA | Christin Klose
  • Finanzämter haben einen Bearbeitungsstau bei Steuererklärungen
  • Beschäftigte warten aktuell knapp 45 Tage auf ihre Bescheide
  • Bei Selbstständigen hat sich die Lage verbessert

Die bremischen Finanzämter brauchen derzeit wieder etwas länger, um Steuererklärungen zu bearbeiten. Betroffen sind vor allem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Steuererklärungen von Selbstständigen in Bremen und Bremerhaven dagegen haben die Finanzämter schneller fertig als noch vor ein paar Monaten. Die Finanzpolitiker der Bürgerschaft diskutieren darüber an diesem Freitag.

Ende August mussten abhängig Beschäftigte in Bremen knapp 45 Tage warten, bis das Finanzamt ihre Steuererklärung für das vergangene Jahr bearbeitet hatte – einen Tag mehr als in Bremerhaven. Hinzu kommen alte Fälle aus 2020: Deren Bearbeitung dauert fast doppelt so lange, nämlich knapp drei Monate.

Alle Bundesländer hatten Probleme

Das Finanzressort erklärt das damit, dass die Finanzbeamten einen "Corona-Berg" vor sich herschieben: Einerseits mussten viel mehr Steuerzahlende als sonst in den beiden Krisenjahren eine Erklärung abgeben: Weil sie zum Beispiel Kurzarbeiter-Geld oder Corona-Hilfen bekommen hatten. Andererseits wurden die Fristen zur Abgabe nach hinten verschoben. So kam es zu einem Bearbeitungsstau, heißt es in dem Bericht an die Parlamentarier.

Um den aufzulösen, zogen die Finanzämter zeitweise Beschäftigte aus dem Außendienst ab, damit die sich den Steuererklärungen widmen. So konnten die Finanzämter auch schneller Steuererstattungen zurückzahlen.

Im bundesweiten Vergleich hat Bremen etwas längere Bearbeitungszeiten bei der Steuer als andere Bundesländer, rechnet der Bund der Steuerzahler in einer Auswertung vor. Allerdings werden die Unterschiede zwischen den Regionen immer kleiner. Alle Länder haben Probleme mit dem "Corona-Effekt", weil mehr Steuerpflichtige als früher eine Erklärung machen müssen.

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Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 9. September 2022, 6 Uhr