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Grundwasser sinkt in Niedersachsen: Fakten, Gründe und Maßnahmen

Extrem ausgetrockener Boden mit wenigen Grünpflanzen

Neue Studie: Grundwasserspiegel sinkt

Bild: DPA | "Marcel Van Hoorn"

Eine Studie des Recherchenetzwerks Correctiv zeigt: Das Grundwasser in Niedersachsen sinkt an einem Drittel der Messstellen drastisch. Wie schlimm ist die Lage wirklich?

Die Sommer der letzten Jahre waren trocken und auch dieser Herbst bringt wenig Regen und vergleichsweise hohe Temperaturen. Für die Böden und das Grundwasser stellt diese Entwicklung ein massives Problem dar. Eine Studie des Rechechenetzwerks Correctiv macht nun deutlich: In einem Drittel der Niedersächsischen Messstellen sinkt der Grundwasserspiegel dramatisch. Die wichtigsten Fakten.

Wie besorgniserregend ist die Lage?
Wie dramatisch die Lage tatsächlich ist, hängt sehr stark von der Region ab, in der die Grundwasserspiegel gemessen werden. In den Landkreisen Vechta, Kloppenburg, Rotenburg und Oldenburg sind die meisten Messstellen tief rot. Das heißt: Teilweise sinkt dort das Grundwasser um mehr als zwei Prozent jährlich. Das sind aber Extremfälle. Im Osten und Süden sieht es laut der Studie gut aus – hier wurden allerdings auch kaum Messstationen ausgewertet. Das Landesamt für Wasserwirtschaft (NLWKN) sagt: "In den kommenden Jahren wird das Wasser nicht knapp." Langfristig sei der Trend des immer weiter sinkenden Grundwasserspiegels aber schon besorgniserregend.
Warum sinkt das Grundwasser?
Grundsätzlich seien Dürresommer und wenig Regen die Hauptgründe, so Carsten Lippe vom NLWKN. Die Trockenphasen würden immer länger und wenn es mal zu Regen komme, sei das oft Starkregen. Dieser kann von den Böden aber nicht gut aufgenommen werden. Im Osten Niedersachsens sei es auch nochmal trockener als im Westen. Und das Ganze wird dann zur Abwärtsspirale: Wenn es trocken ist, müssen die Landwirte gießen, dann wird auch mehr Wasser verbraucht und das Grundwasser sinkt weiter. "Außerdem werden immer mehr Flächen versiegelt, sodass Regen nicht mehr ins Grundwasser absinken kann", erklärt Heiko Poppen vom Oldenburgischen-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV).
Welche Maßnahmen könnten helfen?
Das niedersächsische Umweltministerium hat bereits ein Wasserversorgungskonzept erstellt. Auch die regionalen Wasserverbände seien in der Pflicht, so das NLWKN. Die ersten Ideen: Der OOWV hat beispielsweise im Landkreis Oldenburg große Wasserspeicher unter eine versiegelte Fläche gebaut. Wenn es kräftig regnet, füllen die sich und geben das Wasser langsam an das Grundwasser ab.
Auch Abwasser müssten auch besser genutzt werden, indem zum Beispiel das gefilterte Wasser aus Kläranlagen, das normalerweise in die Flüsse gepumpt wird, für die Industrie zum Kühlen benutzt wird. Bisher wird dafür oft Trinkwasser genutzt.
Und im Winter, wenn die Felder voll mit Wasser stehen, sollte das nicht einfach wie bisher Richtung Meer gepumpt werden, sondern es müsste im Land gehalten werden.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 28. Oktober 2022, 10:40 Uhr