Ein Millionen-Projekt: Schweizer Ehepaar kauft Wasserturm in Cuxhaven

Lange lag der Cuxhavener Wasserturm in einer Art Dornröschenschlaf. Jetzt will ein Ehepaar aus der Schweiz das Wahrzeichen der Stadt wieder zum Leben erwecken.

Ein Mann und eine Frau stehen vor einem Turm.
Mirabelle und Alain Caboussat wollen in dem alten Cuxhavener Wasserturm ein Café und Ferienwohnungen einrichten. Auch Turm-Besichtigungen sollen in Zukunft möglich sein. Bild: Radio Bremen | Dirk Bliedtner

Die Stufen knarren. Eine schmale Treppe führt immer weiter empor. Ganz oben fühlt es sich mit den hohen Holzdecken ein bisschen an wie in einer Kathedrale. 900 Tonnen Gewicht tragen die Mauern des Cuxhavener Wasserturms. Wer einen Blick nach unten riskiert, schaut ins Innere eines zwölf Meter tiefen Stahlbehälters. Der Grund ist auch mit einer starken Taschenlampe nicht zu sehen, so dunkel ist es im früheren Wasserbehälter.

Blick in ein Treppenhaus.
Der Aufstieg ist mühsam. Bild: Radio Bremen | Dirk Bliedtner

Die rostige Leiter in den Behälter hat Alain Caboussat noch nicht ausprobiert – vorsichtshalber. Er hat aber schon eine Idee, was mit dem Tank, der einst eine Million Liter Wasser fasste, passieren soll: Er will ihn ausleuchten, damit Gäste von Turm-Besichtigungen nicht nur den schönen Blick über die Stadt und den Hafen genießen, sondern auch in den Tank schauen können.

Vorherige Investoren scheiterten

Blick auf ein Hafenbecken.
Von oben hat man einen imposanten Blick über die Stadt und den Hafen. Bild: Radio Bremen | Dirk Bliedtner

Das Schweizer Ehepaar Caboussat – er Bauingenieur, sie Buchbinderin und bekannt aus der Schweizer TV-Serie "Auf und davon" – sieht Perspektiven in dem fast 50 Meter hohen Turm. Er ist denkmalgeschützt und von 1897. Zwar gab es schon Versuche von Investoren, ihn wiederzubeleben, doch die scheiterten.

Nun wollen die Schweizer alle Hürden des mehrere Millionen-Euro-Projekts nehmen. Die Corona-Pandemie hat die Lage für sie nicht leichter gemacht: "Wir hätten ein sehr tolles Auto kaufen können, wenn man das schon am Anfang gewusst hätte mit dem ganzen Corona. Aber ich denke, das ist auch ein Schritt. Wir machen jetzt das Beste daraus", sagt Alain Caboussat.

Dann mussten sie nochmal neu planen

Blick in einen rostigen Tank.
Eine rostige Leiter führt in den Wassertank, der einst eine Million Liter Wasser fasste. Bild: Radio Bremen | Dirk Bliedtner

Ursprünglich hatten sie ein Café im Wassertank geplant, doch daraus wurde nichts. "Sehr hohe Brandschutzauflagen und hohe Kosten dazu und eben Corona. Da haben wir uns dann umentschieden", sagt Mirabelle Caboussat. Das Café soll nun im Erdgeschoss entstehen. Eine Außenterrasse ist ebenfalls geplant.

Parallel arbeiten die beiden daran, drei ehemalige Turm-Wohnungen mit mehr als vier Meter hohen Decken zu Ferienwohnungen umzubauen. Entkernt ist schon, aber die Baugenehmigung lässt noch auf sich warten.

Ein Mann und eine Frau stehen vor einer Backsteinwand.
Bis hier jemand Urlaub machen kann, muss noch viel passieren. Bild: Radio Bremen | Dirk Bliedtner

Fast vier Jahre dauern die Planungen schon: Für das Schweizer Ehepaar ist die Sanierung des Turms ein Kraftakt – aber entmutigen lassen wollen sie sich nicht: "Man muss wirklich nach vorne schauen. Man braucht auch immer die Familie, allein wäre das sicher mühsam. Aber wir motivieren uns immer gegenseitig." Spätestens im Frühjahr 2022, so hoffen sie, soll es losgehen mit ihrem Café – im und am Cuxhavener Wasserturm.

Rückblick: Viel Geld für wenig Fläche – So viel kostet das kleinste Haus Bremens

Video vom 27. Oktober 2020
Ein kleines Haus mit roten Steinen und grüner Tür in einer schmalen Straße.
Bild: Kensington | alischa.hartje@kensington-international.com

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Autoren

  • Dirk Bliedtner
  • Sonja Harbers Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Bremen Eins am Sonntagvormittag, 21. Februar 2021, 11:40 Uhr