14.000 Menschen unterschreiben für umstrittenen Bremer Pastor Latzel

  • Mehr als 14.000 Menschen unterschreiben Online-Petition für Pastor Latzel
  • Der konservative Theologe soll unter anderem Homosexuelle als Verbrecher bezeichnet haben
  • Kirche hatte Prüfung eines Disziplinarverfahren angekündigt
Pastor Olaf Latzel steht in der Sankt Martini Kirche in der Altstadt
Pastor Olaf Latzel geriet bereits in der Vergangenheit in Kritik – doch nach wie vor hat er viele Unterstützer, die sich für ihn einsetzen. Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Mehr als 14.000 Unterstützer haben mittlerweile eine Online-Petition für den umstrittenen Bremer Pastor Olaf Latzel unterzeichnet. Der konservative evangelische Theologe der St.-Martini-Innenstadtgemeinde ist jüngst in die Kritik geraten, weil er im Oktober vergangenen Jahres in einem "Eheseminar" homosexuell lebende Menschen als Verbrecher bezeichnet hatte. Die Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen gegen ihn wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung.

Die Leitung der Bremischen Evangelischen Kirche hatte sich von Latzel distanziert. Am Donnerstag soll entschieden werden, ob ein Disziplinarverfahren gegen Latzel eingeleitet wird. Personalvertreter forderten seine Suspendierung.

Unterstützer: Latzel nimmt biblische Verantwortung wahr

In der Petition heißt es, Latzel nehme seine biblische Verantwortung gegenüber Gott wahr und dürfe deswegen nicht suspendiert werden. Mit der Petition wollen die Unterstützer auch zum Ausdruck bringen, dass sie ein Disziplinarverfahren nicht für gerechtfertigt halten.

Latzel hatte in dem Seminar gesagt, Homosexualität stehe gegen die göttliche Schöpfungsordnung, die als Geschlecht nur Männer und Frauen vorsehe. Er warnte vor einer "Homolobby": "Überall laufen die Verbrecher rum vom Christopher Street Day. Der ganze Gender-Dreck ist ein Angriff auf Gottes Schöpfungsordnung, ist teuflisch und satanisch." Das verunsichere Leute, zerstöre Zivilisation und Kultur. Damit würden schon Kinder in der Schule indoktriniert.

Falsch verstanden?

Ende März hatte sich Latzel in einer persönlichen Erklärung entschuldigt und gesagt, er sei falsch verstanden worden. Er habe nichts gegen homosexuelle Menschen. Auch der Kirchenvorstand der St.-Martini-Gemeinde stellte sich damals an seine Seite. Er sei dankbar für Latzels klare und bibelzentrierten Predigten, "für sein Festhalten an den unverrückbaren Wahrheiten der Heiligen Schrift, trotz der vielen nun schon über Jahre anhaltenden Angriffe gegen seine Person", erklärte der Vorstand.

Der evangelikale Theologe ist in der Vergangenheit schon öfter in die Kritik geraten, unter anderem weil er 2015 Buddhisten, Katholiken und Muslime diffamiert hatte. Für bundesweite Schlagzeilen sorgten Latzel und die Gemeinde auch 2008, als sie einer Pastorin ihre Kanzel verwehrten.

Für einen Stellungnahme zu der neuen Entwicklung war Latzel für buten un binnen nicht zu erreichen.

Bremische Evangelische Kirche distanziert sich von Pastor Latzel

Video vom 7. Mai 2020
Die Martinikirche in Bremen.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 12. Mai 2020, 19:30 Uhr