Zugverkehr in der Region normalisiert sich langsam

  • Zahlreiche Behinderungen durch umstürzende Bäume
  • Aufräumarbeiten dauern vermutlich bis zum frühen Morgen
  • Nur wenige Leichtverletzte in der Region

Das Orkantief "Sebastian" hat am Mittwoch im Nordwesten Schäden angerichtet. Zahlreiche Bäume wurden umgerissen und stürzten auf Straßen, Autos, Gleise und Gebäude. In Bremen waren auch Hauptverkehrsstraßen betroffen, darunter der Osterdeich. Durch die Aufräumarbeiten kam es zu langen Staus im Feierabendverkehr.

Abgebrochener Ast auf einem Gehweg
Überall in Bremen hat der Sturm große Äste von den Bäumen gerissen.

Der Zugverkehr auf allen Strecken von und nach Bremen war seit dem Nachmittag stark eingeschränkt, der Betrieb der Regio-S-Bahn wurde als erstes komplett eingestellt. Es folgten Metronom und Deutsche Bahn. Die Strecken zwischen Bremen und Hannover, Hamburg, Osnabrück und Leer sind unterbrochen. Es gab nahezu keinen Bus-Ersatzverkehr für die betroffenen Strecken.

Nach 19 Uhr teilte die Metronom-Eisenbahngesellschaft mit, dass einzelne Züge zwischen Bremen und Tostedt pendeln würden:

Es gibt keinen Fahrplan, die Züge fahren so, wie sie durchkommen.

Björn Pamperin, Sprecher Metronom

Laut Deutscher Bahn seien die Schäden auf den Strecken zwischen Bremen und Bremerhaven, Osnabrück und Oldenburg noch am Abend beseitigt worden. Auch der Verkehr auf der Strecke nach Hannover sollte noch in der Nacht wieder aufgenommen werden. Nur zwischen Bremen und Hamburg sei noch keine Prognose möglich.

Sprecher aller Eisenbahngesellschaften sagten, dass sie davon ausgehen, dass der Betrieb auf einigen Strecken erst am frühen Donnerstag wieder aufgenommen werde. Da Fernzüge zum Teil ihr Ziel nicht erreicht haben, wird es auch am Donnerstag noch zu Ausfällen und Verspätungen kommen. Die Deutsche Bahn stellte am Abend Züge im Bremer Hauptbahnhof bereit, in denen Reisende und Pendler, die ihr Ziel nicht erreicht hatten, die Nacht verbringen konnten.

Busse und Bahnen in Bremen zum Teil erheblich verspätet

In Bremen fuhren Stadtbusse und -bahnen der BSAG zum Teil mit erheblichen Verspätungen. Die Straßenbahnlinie 6 war mehrere Stunden lang zwischen Schwachhausen und der Universität unterbrochen, da ein großer Baum in Höhe Joseph-Haydn-Straße auf Oberleitung und Gleise gefallen war. Auch auf anderen Straßenbahn- und Buslinien kam es zu Unterbrechungen, Ausfällen, Umleitungen und Verspätungen.

sturm Sebastian Bremerhaven

Auf der Autobahn 27 war in Höhe der Anschlussstelle Schwanewede ein Lastwagenfahrer verunglückt, als ein Baum umstürzte und den Lastwagen streifte. Der Fahrer wurde dabei leicht verletzt. Auch in den Landkreisen Cuxhaven und Osterholz sind Bäume auf Straßen und auf Autos gestürzt. Verletzt wurde hier niemand.

Fährverkehr zu einigen Inseln wurde eingestellt

Entwurzelter Baum im Garten

In Bremerhaven musste die Feuerwehr bereits am Mittwochmorgen wegen eines abgelösten Balkondachs ausrücken. Die Ausgänge des Einkaufszentrums Columbus-Center in Richtung Weserdeich wurden am Nachmittag geschlossen. Der Fährverkehr zu den Inseln Norderney, Baltrum, Wangerooge wurde vorübergehend eingestellt. Auch Helgoland wurde am MIttwoch von Cuxhaven aus nicht mehr bedient.

Die orkanartigen Böen hatten über dem Meer Geschwindigkeiten von mehr als 120 Stundenkilometern erreicht. Der Wind kam laut Hafengesellschaft Bremenports aus süd-südwestlicher Richtung. Mit einer Sturmflut ist deshalb nicht zu rechnen.

Feuerwehr und Polizei in Bremen und Bremerhaven waren im Dauereinsatz. Alleine zwischen 12 Uhr und 16 Uhr rückten die Streifenwagen zu mehr als 100 Einsätzen aus, bei der Feuerwehr sind bis zum Nachmittag 200 Notrufe eingegangen.

In Bremen-Schwachhausen wurde eine Frau von einem umgestürzten Baum leicht verletzt. Das Fahrrad hat nur noch Schrottwert. "Wir haben alle Hände voll zu tun", sagte ein Polizeisprecher. "Die Einsätze kommen im Minutentakt." Über das Stadtgebiet verteilt fielen Verkehrsschilder, Äste und Bäume auf Straßen und Wege und beschädigten Autos. In der Innenstadt flogen Dachziegel von Gebäuden und es lösten sich Teile von Baugerüsten. In Hemelingen wurde ein Veranstaltungszelt zusätzlich gesichert, damit es nicht wegweht.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 13. September, 22 Uhr