Erneut Demonstration vor Flüchtlings-Aufnahmestelle in Vegesack

  • Flüchtlinge und Unterstützer fordern Schließung der Aufnahmestelle
  • Dort seien noch immer hunderte Menschen auf engstem Raum untergebracht
  • Schließung sei keine Option, sagen die Behörden
Video vom 2. April 2020
Eine kleine Gruppe von Flüchtlingen halten einen Banner in der Hand mit der Aufschrift: Shut down Lindenstr. - Safe the kids, women and youth

Am Donnerstagvormittag haben erneut Bewohner der Zentralen Aufnahmestelle für Flüchtlinge in Bremen für eine andere Unterbringung demonstriert. Unterstützt wurden sie dabei unter anderem vom Bremer Flüchtlingsrat und vom Bündnis "Together we are Bremen". Hintergrund ist, dass dort trotz der geltenden Kontaktbeschränkungen noch etwa 500 Menschen in der Einrichtung untergebracht sind.

Betreiber der Aufnahmestelle ist die Arbeiterwohlfahrt – im Auftrag der Bremer Sozialbehörde. Ihr werfen die Demonstranten vor, keine Informationen darüber zu bekommen, wie sie sich auf engem Raum gegen das Coronavirus schützen sollen. Der Bremer Flüchtlingsrat hat die Sozialbehörde deshalb bereits verklagt – er sieht einen Verstoß gegen die derzeit geltende Allgemeinverfügung.

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Bremen sieht keine Möglichkeit für eine Schließung

Der Flüchtlingsrat berichtet von großer Angst unter den Bewohnern – vor allem, nachdem bei einer Person das Coronavirus nachgewiesen werden konnte. Der Rat verlangt deshalb, die Flüchtlings-Aufnahmestelle in Bremen-Vegesack zu schließen. "Das ist rechtlich nicht möglich", entgegnet Bernd Schneider, Sprecher der Sozialbehörde. Jedes Land müsse eine zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge betreiben. Das sei gesetzlich vorgeschrieben. Darüber hinaus, so Schneider weiter, nutze die Sozialbehörde alle Möglichkeiten, die Wohnsituation in der Zentralen Aufnahmestelle zu entzerren.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 2. April 2020; 12 Uhr