Bundesamt für Verbraucherschutz warnt vor Wurst der Firma Wilke

  • Behörde bringt Lebensmittel mit zwei Todesfällen in Hessen in Zusammenhang
  • 37 weitere Krankheitsfälle werden derzeit noch geprüft
  • Wurst-Hersteller beantragt Insolvenz
Wurstwaren liegen einer Frischetheke aus (Symbolbild)
In Wurstwaren der Firma Wilke waren Listerien nachgewiesen worden (Sybolbild). Bild: DPA | Jens Büttner

Nach zwei Todesfällen in Südhessen hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auch für Bremen und Niedersachsen vor Wurstwaren der Firma Wilke gewarnt. Grund für die Warnung sei, dass es einen "möglichen Zusammenhang von Produkten der Firma Wilke mit einem lebensmittelbedingten Krankheitsausbruch" gibt, teilt das Bundesamt über das Portal www.lebensmittelwarnung.de mit.

Heruntergelassen sind die Rolltore des Fleischherstellers Wilke Wurstwaren.
Nach zwei Todesfällen durch Keime in Wurstwaren muss Wilke die Produktion stoppen. Bild: DPA | Uwe Zucchi

Die betroffene Produktion der Firma hat das Identitätskennzeichen "DE EV 203 EG". Die Wurstwaren seien auch in loser Form an Wursttheken verkauft worden, hieß es. Die Warnung wurde für 15 Bundesländer ausgesprochen, nur für Mecklenburg-Vorpommern besteht derzeit keine Warnung.

Das Unternehmen hat unterdessen die Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens beantragt, wie ein Sprecher des Amtsgerichts Korbach am Freitag mitteilte. In einem solchen Verfahren werde geprüft, ob die Voraussetzungen zur Durchführung eines Insolvenzverfahrens vorliegen. Bereits am Dienstag hatten die Behörden die Produktion der Firma wegen der Keimfunde geschlossen.

Betrieb vorläufig geschlossen

Betroffen seien alle Produkte des in Twistetal-Berndorf im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg ansässigen Fleisch- und Wurstherstellers Wilke. In mehreren Fällen seien in Wurstprodukten Listerien nachgewiesen worden. Listerien sind Bakterien, die zu Durchfall und Fieber führen können. Für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können sie lebensgefährlich sein.

Zwei Todesfälle in Südhessen stünden nach Angaben eines Sprechers des Landkreises Waldeck-Frankenberg laut Gutachten mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,6 Prozent im Zusammenhang mit Wilke-Produkten. Es gebe zudem 37 weitere Krankheitsfälle, die möglicherweise mit den Wurstwaren der Firma im Zusammenhang stünden.

Hersteller Le Moulis ruft Rohmilchkäse zurück

Außerdem ruft der französische Käsehersteller Le Moulis mehrere Rohmilchkäse wegen des Verdachts auf gesundheitsschädigende Bakterien zurück. Betroffen seien die in mehreren Bundesländern an der Theke verkauften Produkte "Moulis vache", "Moulis vache prestige" und "Bethmale de marterat", teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Produkte könnten ebenfalls mit Listerien kontaminiert sein, die zu Fieber und Kopfschmerzen führen können, erklärte der Hersteller.

Der Rückruf gilt für die Käsesorten mit den Chargennummern 19163112, 19170119, 19177126, 19184103, 19191110, 19199118 und 19205124 und den Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD) 29. November 2019, 1. Dezember 2019, 5. Dezember 2019, 8. Dezember 2019, 13. Dezember 2019, 20. Dezember 2019 und 22. Dezember 2019.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 4. Oktober 2019, 23:30 Uhr