In Bremen gibt es immer mehr prekäre Jobs

  • Zahl unsicherer Arbeitsverhältnisse in Bremen hat zugenommen
  • Das zeigt eine Studie der Uni Bremen
  • Leiharbeit, Minijobs und befristete Tätigkeiten breiten sich aus
Gebäudereiniger putzt ein Fenster
In Bremen gibt es immer öfter Leiharbeit, Minijobs, befristete Tätigkeiten und Kleinstselbständigkeit. Bild: DPA | Paul Zinken

Die Zahl der Menschen, die im Land Bremen in prekären Arbeitsverhältnissen arbeiten, ist gestiegen. Einer Studie der Universität Bremen zufolge befanden sich im Jahr 2015 knapp 39 Prozent der Arbeitnehmer in unsicheren Verhältnissen, 2002 waren es noch etwas weniger als 37 Prozent. Demnach verbreiten sich vor allem Leiharbeit, Minijobs, befristete Tätigkeiten und Kleinstselbständigkeit.

"Unsichere Erwerbsverhältnisse haben vor allem am unteren Rand der Verteilung zugenommen", sagt der Direktor des Instituts Arbeit und Wirtschaft, Günter Warsewa. Zwar sei die Kluft zwischen hohen und niedrigen Einkommen dank guter Konjunktur und Mindestlohn nicht weiter auseinandergegangen. Dennoch verzeichnet die Studie eine größer werdende Kluft zwischen sicheren und unsicheren Arbeitsverhältnissen.

Es wird zwar weiterhin eine sichere Mitte mit normalen Arbeitsverhältnissen geben, diese wird aber kleiner, weil sich die nachrückenden Generationen auf die beiden Pole der prekären und privilegierten Beschäftigung verteilen.

Günter Warsewa, Direktor des Instituts Arbeit und Wirtschaft an der Uni Bremen

Der Studie zufolge machen Jobs, die relativ gut bezahlt und sicher sind, in Bremen die Hälfte aus. Ein Anteil von knapp 39 Prozent der Arbeitnehmer befindet sich aber nicht in einer gesicherten Lage: Knapp 27 Prozent arbeiten unmittelbar in prekären Arbeitsverhältnissen, 12 Prozent sogar in gefährdeten. Das heißt, dass ihre Beschäftigung unsicher ist und ihre Bezahlung nur knapp über der Armutsgrenze liegt. Hochgerechnet bedeutet dies den Autoren zufolge, dass es in Bremen 2015 mehr als 110.000 prekäre und rund 50.000 gefährdete Arbeitsverhältnisse gab.

Gerechte Bezahlung: Wie viel ist meine Arbeit (noch) wert?

Video vom 10. Oktober 2019
Es werden vier 20€ Scheine und ein 10€ Schein in die Kamera gehalten.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 20. Dezember 2019, 23:30 Uhr