Bremer Pastor muss vorerst keine beruflichen Konsequenzen fürchten

  • Olaf Latzel hatte Homosexuelle als "Verbrecher" bezeichnet
  • Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen wegen Volksverhetzung gegen den Pastor
  • Evangelische Kirche plant vorerst keine dienstrechtlichen Konsequenzen
Pastor Olaf Latzel von vorne fotografiert.
Wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Pastor Latzel. Bild: DPA | Ingo Wagner

Der umstrittene Pastor der Bremer Martini-Gemeinde, Olaf Latzel, muss trotz seiner homophoben Äußerungen zunächst nicht mit dienstrechtlichen Konsequenzen rechnen. Die Bremische Evangelische Kirche bestätigte gegenüber buten un binnen, dass vorerst nur ein Dienstgespräch geplant ist.

Latzel steht in der Kritik, weil er bei einem Eheseminar unter anderem wörtlich von "Verbrechern beim Christopher Street Day" gesprochen hatte. Von diesen Aussagen hatte sich die Evangelische Kirche schon in der vergangenen Woche distanziert. Latzel stehe in einem beamtenähnlichen Dienstverhältnis auf Lebenszeit zur Bremischen Evangelischen Kirche, teilte die Kirche mit. Bei schweren Straftaten könnte er als Folge eines Disziplinarverfahrens aus dem Dienst entfernt werden. Diese würden aber ausgesetzt, bis ein Strafverfahren abgeschlossen sei, hieß es weiter.

Zur Zeit ermittelt die Bremer Staatsanwaltschaft wegen möglicher Volksverhetzung. Wir sind aber noch ganz am Anfang, eine Tendenz gebe es noch nicht, erklärte Frank Passade, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Bremens Bürgermeister und Kirchensenator Andreas Bovenschulte sagte dazu, die Strafverfolgungsorgane müssten jetzt klären, ob die Grenze der Religionsfreiheit durch Latzels Äußerungen überschritten sei. Er machte aber deutlich, dass ihm für Hetze gegen Schwule und Lesben jedes Verständnis fehle. Auch die übrigen Fraktionen in der Bremischen Bürgerschaft teilen diese Position. Nur der AfD-Abgeordnete Magnitz sieht das anders. Er teile Latzels Aussagen weitgehend. Es würden viel zu selten christliche Positionen vertreten, sagte er.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 27. April 2020, 17 Uhr