Bäder-Streit: So werden sich Bremens Schwimmbäder verändern

Das Westbad wird neu, das Horner Bad erweitert, das Unibad zugemacht – die Bremer Bäderlandschaft verändert sich. Der Weg dahin ist weit und voller Planänderungen. Ein Überblick.

Das Becken eines Bremer Schwimmbades

Auf, zu, wieder auf – seit Jahren gibt es ein großes Hin und Her rund um das marode Unibad. Bremen will es dichtmachen, allerdings erst, wenn andere Schwimmstätten umfassend umgebaut sind und so den Verlust des Bades kompensieren können. Eine Bürgerinitiative will das seit Jahren verhindern. Dass sich die endgültige Schließung des Unibades nun immer weiter hinausschiebt, muss denen, die es unbedingt erhalten wollen, mindestens wie Ironie des Schicksals erscheinen: Nun bleibt das Bad zumindest bis 2022 geöffnet. Der Plan war, es bereits ein Jahr vorher zu schließen.

Neues Westbad soll 2021 öffnen

Das jedoch hat seine Ursache in den unerwarteten Planänderungen am Waller Westbad. Dort sollte für rund 14 Millionen Euro bis 2021 ein neues Hallenbad entstehen. Doch die Arbeiten werden sich nun voraussichtlich um ein Jahr verzögern. Gebaut wird nach derzeitigen Planungen ab Frühjahr 2020, veranschlagt sind zwei Jahre Bauzeit.

Das Horner Bad wird bereits in diesem Jahr nach der Freibadsaison geschlossen. Die Abschiedsfeier steigt am 1. September 2018. Auf dem Gelände soll ebenfalls ein neues Hallenbad entstehen. Außerdem wird der Außenbereich umgebaut. Ob das fertige Bad den Verlust des 50-Meter-Beckens im dann schließenden Unibad auffangen kann, darüber wurde und wird noch immer heiß diskutiert. Im Sportressort geht man davon aus, in Horn bereits im Frühjahr 2021 eröffnen zu können.

Meilensteine auf dem Weg zur neuen Bäderlandschaft

Die Pläne für Bremens Schwimmbäder beschäftigen Politik und Öffentlichkeit schon seit Jahren. Immer wieder kam es zu Planänderungen, die Kosten stiegen in die Höhe. Wir zeigen die wichtigsten Ereignisse seit dem Senatsbeschluss des Bäderkonzepts.

Dezember 2014: Der Senat beschließt das Bäderkonzept. Auf dem Gelände des Horner Bades soll demnach eine Schwimmhalle entstehen mit einem Becken, das groß genug für 50-Meter-Bahnen sei. Dafür soll allerdings die Fläche des Freibades etwas kleiner ausfallen. Auch das Westbad soll grundlegend renoviert werden. Eine Sanierung des Unibades rechne sich laut Sportsenator nicht mehr. Sie würde 18 Millionen Euro kosten. Es soll deshalb auf lange Sicht geschlossen werden, soll aber so lange geöffnet bleiben, bis die Bauarbeiten am Horner Bad und am Westbad abgeschlossen sind. Gesamtkosten für die Arbeiten: 32 Millionen Euro.

September 2015: Bei Arbeiten an der Lüftungsanlage im Unibad wird ein Film von Schimmelpilzen gefunden. Außerdem sind Teile der Anlage marode. Die Kosten für die Instandsetzung beziffert das Sportressort mit rund 900.000 Euro.

Blick in das Westbad in Bremen.
Das Waller Westbad ist so sanierungsbedürftig, dass es abgerissen werden muss. Der Neubau verzögert sich allerdings. Bild: Bremer Bäder GmbH

Oktober 2015: Der Senat beschließt: Das Unibad wird saniert. Kosten: 1,1 Millionen Euro.

August 2016: Das Unibad öffnet nach einjähriger Schließung wieder. Eine neue Lüftungsanlage wurde eingebaut.

September 2016: Die Pläne für das Horner Bad werden vorgestellt. Sie sehen unter anderem vor: Die Fläche des Freibads wird kleiner. Drei Bahnen mit einer Länge von 50 Metern, fünf Bahnen mit einer Länge von 25 Metern.

Mai 2017: Die Kosten für den Um- und Neubau im Horner Bad steigen auf rund 25 Millionen Euro. Damit werden die Arbeiten rund vier Millionen Euro teurer als ursprünglich geplant. Zu Beginn der Planungen war sogar einmal von rund 14 Millionen Euro die Rede gewesen – hätte man ein niederländisches Konzept namens "simply swimming" verwirklicht. Dem wurde allerdings wegen des deutschen Baurechts eine Absage erteilt.

Freibad Horner Bad in Bremen.
Lange Bahnen ziehen im Horner Bad – das wird in Zukunft nicht mehr auf der vollen Fläche möglich sein. Bild: Bremer Bäder GmbH

Oktober 2017: Die Sportdeputation beschließt das Bäderkonzept. Kosten: 39 Millionen Euro. Die neuen Hallenbäder in Horn und Walle sollen nach "energetisch hohen Standards gebaut werden", heißt es in einer Pressemitteilung des Sportressorts. Schwimmbäder haben traditionell sehr hohe Energiekosten. Auf den Um- und Neubau in Horn sollen 25,3 Millionen Euro entfallen, 13,7 Millionen Euro sind für den Neubau des Westbads in Walle vorgesehen. Das Unibad soll so lange geöffnet bleiben, bis die Arbeiten an den beiden anderen Bädern abgeschlossen sind.

Mai 2018: Die Arbeiten am Westbad werden teurer als geplant. Laut Sportstaatsrat Jan Fries liegen die Mehrkosten im einstelligen Millionenbereich. Außerdem wird der Bau rund ein Jahr länger dauern. Grund: Das alte Fundament des Westbads kann kein neues Gebäude tragen. Es ist eine sogenannte Pfählgründung bis tief in den Untergrund erforderlich.

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  • Verena Patel

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 20. August 2018, 19:30 Uhr