Messer auf Bremer Spielplätzen: Wer kennt diese Handschrift?

  • "Soko Spielplatz" veröffentlicht Schriftprobe des Täters
  • Er soll Pulverbriefe verschickt und die Messer an Spielplätzen angebracht haben
  • Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung
Das Schriftbild des mutmaßlichen Täters hinter den Pulverbriefen und den Spielplatz-Fallen
Das Schriftbild des mutmaßlichen Täters hinter den Pulverbriefen und den Spielplatz-Fallen Bild: Polizei Bremen

In die Ermittlungen der "Sonderkommission Spielplatz" der Bremer Polizei kommt Bewegung. Laut Polizei konnten die Ermittler einen Messerfund auf einem Spielplatz in der Neustadt und einen an die Grünen gesendeten Pulverbrief (beides am 6. Juli) mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Täter zuordnen, der in der Vergangenheit wiederholt mit solchen Taten aufgefallen war. Die Polizei hofft nun, mit der Veröffentlichung einer Schriftprobe des Täters sowie eines Bildes des Messers weitere Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten.

Seit Mai dieses Jahres wurden in der Bremer Neustadt Messer und spitze Gegenstände auf Spielplätzen gefunden, die etwa mit Klebeband an den Geräten befestigt waren. Die Gegenstände hatte jemand so positioniert, dass sie geeignet waren, spielende Kinder zu verletzen. Die Polizei Bremen richtete daraufhin die "Sonderkommission Spielplatz" ein.

Pulverbriefe und Spielplatz-Messer: Polizei vermutet ein und denselben Täter

Im Laufe der Ermittlungen kristallisierten sich laut Polizei Parallelen zu Taten mit sogenannten Pulverbriefen heraus, verschickt an diverse Parteibüros in Bremen und Niedersachsen. Die Briefe, mittlerweile 34 an der Zahl, hatten stets ungefährliche Substanzen zum Inhalt, sorgten aus Vorsicht aber jedes Mal für Großeinsätze von Polizei und Feuerwehr. Anbei war immer eine Nachricht des Täters, meist handschriftlich gefertigt.

Ein Messer des mutmaßlichen Täters hinter den Pulverbriefen und den Spielplatz-Fallen
Auf einem Spielpatz am Niedersachsendamm fand die Mitarbeiterin eines Familienzentrums dieses Messer. Es lag zwischen einem Container und den Spielgeräten auf der Erde im Sand. Bild: Polizei Bremen

Nach derzeitigen Erkenntnissen der "Soko Spielplatz" ist der Täter hinter diesen Briefen "sehr wahrscheinlich" derselbe Mann, der die Messer an den Spielplätzen angebracht hat. Mit seinen Taten wolle er laut Polizei vermutlich die Öffentlichkeit in Schrecken versetzen und Aufmerksamkeit erzeugen. Die geografische Nähe der Tatorte ließe ebenfalls auf einen Zusammenhang der Taten schließen.

Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung, ob jemand die Handschrift des Täters erkennt oder Hinweise zum Messer geben kann. Zudem fragt sie, ob Personen bekannt sind, die in diesem Zusammenhang an den Wochenenden 28. Februar bis 1. März, 3. Juli bis 5. Juli im Großraum Hannover sowie vom 29. Mai bis 2. Juni (Pfingsten) im Großraum Göttingen unterwegs waren.

Die Spielplätze im Bremer Stadtgebiet würden indes weiter verstärkt kontrolliert und Bürger direkt angesprochen und zur Vorsicht aufgerufen, heißt es. Diese Maßnahmen wolle die Polizei intensiv fortsetzen, um die Besucherinnen und Besucher von Spielplätzen zu sensibilisieren.

Video vom 7. Juni 2020
Eine Polizeiabsperrung, im Hintergrund ist ein Polizeiauto zu sehen.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 20. Juli 2020, 19:30 Uhr