Nach tödlichen Polizeischüssen: Kundgebung gegen Rassismus in Bremen

  • 200 Menschen kritisieren Rassismus
  • Anlass war ein tödlicher Polizeieinsatz in Gröpelingen
  • Ein 54-jähriger Marokkaner starb nach zwei Polizeischüssen
 Bremen: Eine Polizistin steht am Ort eines Polizeieinsatzes. Ein 54-jähriger Mann war bei dem Einsatz im Stadtteil Gröpelingen erschossen worden.
Die Kundgebung in Gröpelingen war eine Reaktion auf einen Polizeieinsatz, bei dem ein 54-jähriger Marokkaner erschossen worden war. (Archivbild) Bild: DPA | Sina Schuldt

Am Samstagabend fand im Bereich der Lindenhofstraße nach Angaben der Polizei eine spontane Kundgebung statt, an der zeitweise bis zu 200 Personen teilnahmen. Die Versammlung habe unter dem Motto gestanden "Nach Mord durch Polizei – Rassistische Polizeigewalt, Stigmatisierung, Rauswurf Stoppen", so die Polizei. Es sei dabei zu keinerlei Vorkommnissen gekommen.

Reaktion auf tödlichen Polizeieinsatz

Anlass der Kundgebung war ein tödlicher Polizeieinsatz am vergangenen Donnerstag: Ein 54-Jähriger hatte laut Staatsanwaltschaft ein Messer gezogen. Der Mann mit marokkanischer Staatsangehörigkeit war im weiteren Verlauf von zwei Polizeischüssen getroffen worden und starb kurz darauf in einer Klinik. Wie es zu dem Vorfall kommen konnte und ob er strafrechtliche Konsequenzen für die Polizisten haben könnte, ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft.

Graffiti gegen die Polizei

Am Freitagabend sei der Polizei eine Gruppe von etwa 30 Personen gemeldet worden, die im Bereich Lindenhofstraße polizeifeindliche Parolen rief. In der Umgebung wurden auch in mehreren Fällen polizeifeindliche Parolen an Häuserwände gesprüht.

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Video vom 19. Juni 2020
Einweghandschuhe liegen neben einer Plastikverpackung auf Kopfsteinpflaster.
Bild: DPA | Sina Schuldt

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 22. Juni 2020, 23:30 Uhr