In dieser Bremer Klinik begann eine medizinische Revolution

Das St. Joseph-Stift feiert seinen 150. Geburtstag. Ein Blick in dessen Geschichte bringt Erstaunliches zutage.

Zu sehen ist der Eingang des St. Joseph-Stift Krankenhaus.

1 Gründung dank einer verheerenden Typhusepidemie

1868, eine schwere Typhusepidemie trifft Bremen. Darauf ist die Hansestadt nicht vorbereitet. Es mangelt an medizinischer Versorgung. In den vorhandenen Krankenhäusern ist nicht genug Platz. Es sind Mitglieder der katholischen Gemeinde, die sich schließlich an den Krankenpflegeorden der Franziskanerinnen in Münster St. Mauritz wenden und um Hilfe bitten, heißt es in der Chronik der Klinik. Im Gründungsvertrag vom 11. Mai 1869 ist festgehalten, dass Kranke "ohne Unterschied der Konfession und des Standes" behandelt werden. Vier Ordensschwestern kommen nach Bremen – es ist die Geburtsstunde des St. Joseph-Stifts.

2 Hier stand Deutschlands erstes Röntgengerät

Das St. Joseph-Stift war Deutschlands erste Klinik, in der ein Röntgengerät stand. 1898 – nur zwei Jahre nachdem Wilhelm Conrad Röntgen sein neues und damals revolutionäres Diagnostik-Gerät vorgestellt hatte – richtete der Bremer Arzt Dr. Brautlecht das sogenannte Strahlenkabinett in der Klinik ein. Heute weiß man: Bei den ersten Geräten lag die Strahlendosis rund 1.500 Mal höher als heutzutage. Was heute in wenigen tausendstel Sekunden vonstattengeht, zog sich damals manchmal über anderthalb Stunden.

3 In den 30er-Jahren gab es mehr Betten als heute

500 Betten zählte das St. Joseph-Stift zu Beginn der 30er-Jahre. 80 Ordensschwestern waren in der Pflege tätig. In den beiden Weltkriegen diente das Hospital überwiegend als Lazarett, in dem die Verwundeten des Krieges versorgt wurden. Bombenschäden im 2. Weltkrieg erschwerten die Versorgung der Patienten. Die 50er standen im Zeichen des Wiederaufbaus. Heute verfügt das Joseph-Stift nach eigenen Angaben über 450 Betten. 880 Mitarbeiter betreuen im Jahr mehr als 65.000 Patienten.

Die Geschichte des St. Joseph-Stifts

St. Joseph-Stift

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  • Sonja Klanke

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 9. März 2019, 19:30 Uhr