"Fridays for Future": Eine der größten Bremer Demos aller Zeiten

Mehr als 30.000 Menschen sind in Bremen für schärfere Klimapolitik auf die Straße gegangen. Die Polizei spricht von einem friedlichen Verlauf – trotz einiger Blockaden.

Großdemonstration Fridays for Future am Bremer Hauptbahnhof

Eine der größten Demonstrationen seit dem Zweiten Weltkrieg

In Bremen haben laut Polizei am Freitag mehr als 30.000 Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert – die Veranstalter sprechen sogar von 40.000. Kinder, Jugendliche und Erwachsene beteiligten sich an einem Demonstrationszug durch die Innenstadt bis zur Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz. Es war die bisher größte "Fridays for Future"-Demo in Bremen.

In Bremerhaven waren nach Angaben der Polizei etwa 3.000 Menschen auf der Straße. Sie zogen vom Klimahaus zum Hauptbahnhof. Mit zahlreichen bunten Plakaten und lauten Sprechchören folgten die Demonstranten dem Motto "Alle fürs Klima". Nach Angaben der Polizei verlief der Protest friedlich.

Die "Fridays for Future" Demo schafft es in die Liste der größten Bremer Demonstration seit dem Zweiten Weltkrieg: Andere Großdemos in Bremen gab es unter anderem 1980 mit den Protesten gegen die Gelöbnisfeier. Damals demonstrierten zwischen 10.000 und 15.000 Menschen. Beim Ostermarsch 1983 waren es 12.000 Teilnehmer und bei der Menschenkette für den Frieden im gleichen Jahr 10.000.

Starke Verkehrsbehinderungen rund um die Demo in Bremen

In der Bremen Innenstadt kam es rund um die Demonstration zu starken Verkehrsbehinderungen. Diese dürften auch am Nachmittag noch bestehen.

Zeitweilig wurde die Kreuzung Wilhelm-Kaisen-Brücke/Osterstraße/Friedrich-Ebert-Straße und die Stephanibrücke von Demonstranten blockiert. Sowohl die Kreuzung als auch die Stephanibrücke mussten vorübergehend gesperrt werden. Als die Polizei Demonstranten davon abhalten wollten, auf die stark befahrene B75 zu laufen, wurden die Einsatzkräfte überrannt. Verletze gab es nach Angaben der Polizei jedoch nicht. Die Ermittlungen dazu dauern an.

Teilnehmer der Fridays-for-Future-Demo in Bremen.

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Neben den Sitzblockaden auf den Straßen kam es bereits am Morgen in Bremen zu zwei Fahrrad-Protestfahrten. Auch diese führten rund um den Leibnizplatz zu Verkehrsbehinderungen.

Die Polizei muss nach den Protesten in zwei weiteren Fällen ermitteln. Zum einen haben Unbekannte laut Polizei eine massive Metallkette auf dem Osterdeich auf Höhe Deichstraße quer über die Fahrbahn gespannt. Die Fahndung nach den Täter laufe, und die Strafanzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr werde gefertigt, teilte die Polizei mit.

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Zum anderen wurde bereits am Donnerstag im Bremer Viertel ein Auto in Brand gesteckt. Dem Online-Portal "Indymedia" zufolge gab es dazu auch ein Bekennerschreiben, in dem der "Klimastreik" als Anlass der Tat genannt wird. Weitere Hintergründe zur Tat werden nun von der Polizei ermittelt.

Auch in der Region demonstrierten Menschen für das Klima

Nicht nur in Bremen und Bremerhaven gingen viele Menschen auf die Straße, um für eine schärfere Klimapolitik zu protestieren. In Osterholz-Scharmbeck, Verden und Achim kamen insgesamt rund 1.400 Menschen zusammen und demonstrierten friedlich.

In Delmenhorst wird die Teilnehmerzahl an der Demonstration auf etwa 1.000 Menschen geschätzt. Auch hier gab es bis auf kurzfristige Straßensperrungen und leichte Verkehrsbehinderungen keine Probleme und die Polizei berichtet von einem friedlichen Verlauf. In Oldenburg waren laut Polizeiangaben rund 10.000 Menschen bei der "Fridays for Future" Demo.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 20. September 2019, 11 Uhr