"Schaden begrenzen": So reagieren Händler auf das Einkaufs-Portal

Inhaber im Land Bremen spüren die Auswirkungen der Corona-Krise. Um zumindest einen Teil der Verluste auszugleichen, hoffen sie auf das neue Angebot der Handelskammer.

Die Seite "jetzt-kaufen-in-Bremen.de" auf einem Bildschirm
Mit blauen Punkten sind die Bremer Unternehmen auf der Karte markiert.

Geschlossene Geschäfte, leere Innenstädte: Vor allem kleinere Unternehmen haben mit den Einschränkungen durch die Corona-Krise zu kämpfen. Um es ihnen und auch den Kunden einfacher zu machen, hat die Handelskammer Bremen jetzt ein neues Internetportal aufgebaut. Auf zwei Internetseiten - jeweils eine für Bremen und Bremerhaven – sind auf einem Stadtplan die Geschäfte eingezeichnet, inklusive Informationen zur aktuellen Erreichbarkeit und Einkaufsmöglichkeiten.

Unsere Portale bieten Platz für unkonventionelle und pragmatische Lösungen, die sich die Unternehmen in dieser für uns alle neuen Situation einfallen lassen.

Janina Marahrens-Hashagen, Präses der Handelskammer Bremen

"Die Innenstadt ist leer, und darunter leiden die ganzen Betriebe, die vom Publikumsverkehr abhängig sind, so wie wir auch", erklärt Bernard Timphus, der die Konditorei Stecker in Bremen-Mitte betreibt. Seine beiden Cafés musste er schließen, nur der Verkauf läuft noch weiter - ein großer Unterschied zur Zeit vor der Krise.

"Wir haben uns bei dem Portal eingetragen, weil wir den Schaden begrenzen wollen", sagt Timphus. "Und ich glaube, es ist auch für die Kunden total gut. Bevor sie in die Stadt fahren können sie so gucken, zu welchen Geschäften sie gehen können."

"Ein Online-Shop wäre meine Rettung"

Auch das Geschäft "Sieben Sachen" von Marcella Dammrat-Tiefensee ist auf der Übersicht zu finden. Eigentlich verkauft sie in Bremen-Finndorf unter anderem Damenmode und Babykleidung. Doch weil sie aktuell nicht öffnen darf, muss sie sich nach Alternativen umsehen und verkauft unter anderem auf Nachfrage per Lieferdienst.

"Wenn ich schon einen Online-Shop gehabt hätte, dann würde mich das umsatztechnisch vermutlich retten. Aber jetzt auf die Schnelle einen zu basteln, ist superviel Arbeit", erzählt sie von den Schwierigkeiten. Deswegen freue sie sich über das Angebot der Handelskammer – und hoffe, dass ihr Laden so auch nach der Krise ein wenig bekannter ist.

Hoffen auf mehr Bekanntheit

Darauf hofft auch Olaf Dietzel. Er führt einen Obst- und Gemüsehandel in Bremerhaven und spürt vor allem die Auswirkungen der geschlossenen Schulen, Kindergärten und Restaurants. "Wir machen auch Großhandel, und da fehlen uns im Moment einfach die Kunden", erzählt Dietzel.

Wir greifen jetzt nach jedem Strohhalm.

Olaf Dietzel, Mit-Inhaber "Fruchthandel Dietzel"

Zum Glück hätte das Ladenlokal in Bremerhaven noch geöffnet und könne die Kunden jetzt auch bis nach Hause beliefern. Doch um das auch bekannt zu machen, hoffe Olaf Dietzel auf das neue Angebot der Handelskammer.

Wie Bremer Geschäfte und Unternehmen unter den Corona-Maßnahmen leiden

Video vom 18. März 2020
Ein Mercedes-Stern seht auf einem Dach. Davor im Vordergrund eine rote Ampel.
Bild: DPA | Sina Schuldt

Weitere Informationen:

Autorin

  • Rebecca Küsters

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 1. April 2020, 19:30 Uhr