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Corona-Krise: "Wie sollen wir das jemals bezahlen, Herr Strehl?"

buten-un-binnen-Moderator Felix Krömer spricht mit Bremens Finanzsenator Dietmar Strehl über die Kosten der Pandemie. Die fünf wichtigsten Aussagen.

Video vom 19. März 2021
Zwei Männer, Felix Krömer und Dietmar Strehl, sitzen sich an einer Theke gegenüber.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Um die Wirtschaft zu retten und die Bremer und Bremerinnen zu unterstützen, nimmt das Land viel Geld in die Hand. Doch das will auch zurückgezahlt werden. Und auch in den aktuellen Haushaltsverhandlungen fordern die Ressorts einen ordentlichen Batzen Geld. Bremens Finanzsenator Dietmar Strehl (Grüne) steht vor großen Herausforderungen. Aber vielleicht kann der Bremen-Fonds ja auch eine Chance sein – schließlich lässt sich so die Schuldenbremse umgehen? Die wichtigsten Aussagen des Interviews im Überblick.

1 Was kostet uns Corona?

Dass die Bekämpfung der Pandemie und ihrer Folgen teuer wird, überrascht wohl niemanden. Insgesamt 1,2 Milliarden Euro steckt der Bremer Senat dafür in den Bremen-Fonds. Doch das ist nicht alles, warnt Bremens Finanzsenator Dietmar Strehl im Interview. Schließlich müssten unter anderem noch die Steuerausfälle der kommenden Jahre einberechnet werden. Dazu, worauf wir uns gefasst machen müssen und wie lange Bremen mit den finanziellen Folgen der Krise zu kämpfen haben wird, gibt Dietmar Strehl zu Beginn des Interviews seine Einschätzung ab.

2 Wie steht es um die aktuellen Haushaltsverhandlungen?

Eine Milliarde Euro mehr, als eigentlich verfügbar – das fordern die Bremer Ressorts dem Vernehmen nach in den aktuellen Verhandlungen. Klingt nach einer schwierigen Aufgabe für den Finanzsenator. "Das ist wie ein Trichter", beschreibt Strehl den Einigungsprozess in den Verhandlungen. Wo genau in diesem Trichter die Verhandlungen gerade stecken und welche Ressorts am meisten fordern, ist ab Minute 2:50 Thema im Interview.

3 Wie ein Familienvater? Das ist die Rolle des Finanzsenators in den Verhandlungen

Mit allen an einem Tisch sitzen und versuchen, die verschiedensten Vorstellungen und Wünsche unter einen Hut zu bringen – klingt fast wie die Rolle eines Familienvaters. Oder die eines Moderators, wie Dietmar Strehl seine Position in den aktuellen Haushaltsverhandlungen beschreibt. "Das beste, was wir erreichen können, ist, dass die anderen sich untereinander streiten. Und ich mache dann den Strich drunter", sagt Strehl. Doch ein richtig harter Hund sei er dabei nicht. Auf welche Taktik er stattdessen setzt, hören Sie ab Minute 4:45 im Interview.

4 Die Corona-Krise als Chance für Investitionen?

Eigentlich hieß es für Bremen und Bremerhaven zuletzt: Schluss mit Investitionen – jetzt gilt die Schuldenbremse! Doch dann kam Corona und die Einschränkungen wurden für die Krisensituation aufgehoben. Das nutzen die Ressorts anscheinend aus: Investitionen wie Tablets für Bremens Schüler, neue Straßenbahnen und Sanierungen der Parks wurden beantragt – und auch bewilligt. Doch eigentlich hieß es doch, die Gelder des Bremen-Fonds seien an Maßnahmen zur Linderung der Pandemiefolgen gebunden? Wo Dietmar Strehl die Verbindung von Corona zu Bremens Grünanlagen sieht und ob er die Schuldenbremse generell für sinnvoll hält, erfahren Sie im Block ab Minute 26:10.

5 "Ich konnte mir nie vorstellen, mit Geld zu tun zu haben"

Finanzreferent, Schatzmeister, Finanzsenator – bei so einer Laufbahn sollte man meinen, dass ein echter Zahlen- und Finanzen-Nerd dahinter steckt. Aber: "Ich konnte mir nie vorstellen, mit Geld zu tun zu haben", verrät Strehl im Interview. Wie er trotzdem in das Amt des Bremer Finanzsenators gefunden hat und ob er den Wechsel nach Bremen je bereut hat, das erfahren Sie ab Minute 44:40.

Weitere Informationen:

Autoren

  • Rebecca Küsters
  • Felix Krömer Redakteur und und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 20. März 2021, 19:30 Uhr